Am Singliser See fahren Mitarbeiter der Starthilfe regelmäßig Streife

Lässig, aber bestimmt

Alles unter Kontrolle: Manuela Heil, Objektschützerin bei der Starthilfe, lässt ihren Blick über den Singliser See schweifen. Fotos: Dellit

Singlis. Thorsten Ecke lässt den linken Arm lässig aus dem Fenster hängen, mit dem rechten steuert er den Ford. Es geht im Schritttempo auf dem schmalen Weg entlang. Auch Manuela Heil und Torsten Nickel wirken entspannt.

Und dennoch entgeht ihnen nichts, stetig streifen ihre Augen über das Ufer, die Wiesen und den Singliser See – fast wie Suchscheinwerfer. Das Dreiergespann mit dem Aufdruck „Objektschutz Schwalm-Eder“ auf den T-Shirts soll am Badesee für Ordnung sorgen.

Vor allem Feuer sind ein Thema in diesen trockenen Hitzetagen. Grills sind seit einiger Zeit am See verboten, offenes Feuer sowieso. Zu schnell könnte die Glut zu einem Flächenbrand werden.

Verstanden haben das aber längst noch nicht alle Seebesucher. Immer wieder findet Thorsten Ecke mit sicherem Blick angekokelte Holzstücke im Gras, am Gombether Ufer sogar eine komplette Feuerstelle.

An einer schwer einsehbaren Uferstelle haben es sich vier Jugendliche gemütlich gemacht. Einer von ihnen, und da werden die Sicherheitsleute aufmerksam, hat einen Motorroller mitgebracht. Freundlich, aber bestimmt spricht Ecke ihn an, denn motorisierte Fahrzeuge sind verboten.

Den habe er von der Schranke hierher geschoben, behauptet der Junge, kann damit aber Ecke und seine Kollegen nicht beeindrucken. Sie hatten ihn zuvor schon beim Fahren beobachtet. Manuela Heil notiert das Kennzeichen des Motorrollers. Die Aufzeichnungen bekommt die Stadt Borken. Sie entscheidet, ob eine Geldbuße fällig wird.

An zwei Stellen kommen den Drei vom Objektschutz Hunde entgegen gelaufen, ohne Leine – ebenfalls nicht erlaubt. Die Hundehalter reagieren so, wie sie angesprochen werden: freundlich.

„Die meisten sind einsichtig“, hat Manuela Heil festgestellt. Und provozieren lassen dürfe man sich auf keinen Fall, sagt Ecke. Schwierig sei das allenfalls, wenn ein 13-Jähriger einen mit Schimpfworten überziehe. Sollte es einmal heikel werden, holen die Sicherheitsleute die Polizei.

Unterwegs hält Ecke den Wagen immer wieder an, dann sammeln die Drei auch schon mal Müll ein, von Pizzakartons bis zur Eisverpackung. Ärgerlich finden es die Objektschützer, wenn Menschen Abfalltonnen umstürzen, Müll in die Gegend werfen oder gar Toilettenkabinen in den See.

Trotzdem ist Freundlichkeit oberstes Gebot. Thorsten Ecke sagt: „Es kommt immer drauf an, wie man auf die Leute zugeht.“ Oder auf sie zufährt, ganz langsam und mit dem Arm lässig im Fenster.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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