Tigges: Keine guten Erfahrungen mit Contracting-Vertrag – 650 Laternen müssen ersetzt werden

Lampen-Mietkauf machte Probleme

Spangenberg. Die Stadt Spangenberg muss in den nächsten vier Jahren etwa 650 ihrer 1000 Straßenlaternen im Stadtgebiet austauschen und dafür 130 000 Euro ausgeben, weil die alten Quecksilberdampflampen künftig nicht mehr zulässig sind. Das teilte Bürgermeister Peter Tigges in der jüngsten Stadtverordnetensitzung mit.

Tigges beantwortete eine Anfrage der SPD-Fraktion. Die hatte wissen wollen, welche Erfahrungen das Rathaus seit 2002 mit einem Contracting-Vertrag für die Straßenbeleuchtung in Schnellrode und Bergheim gemacht hat und ob man ein solches Programm auf das gesamte Stadtgebiet ausdehnen könnte.

Beim Contracting stellt ein Energieversorger – hier die Eon – neue Beleuchtungskörper zur Verfügung. Diese werden dann im Lauf von zehn Jahren durch die erzielte Energieeinsparung abbezahlt. Allerdings hat die Stadt Spangenberg nach den Ausführungen Tigges’ damit keine sonderlich guten Erfahrungen gemacht.

Schon zwei Jahre nach Beginn des Programms in Schnellrode hätten sich die neuen Laternen als störanfällig erwiesen, erläuterte der Bürgermeister. Zunächst habe man sich mit der EAM und deren Nachfolger Eon eine Weile lang um die Reparatur- und Wartungskosten gestritten. Im Jahr 2008 habe die Eon schließlich sämtliche gelieferten Straßenlampen gegen neue eines anderen Fabrikats ausgetauscht – mit der Folge, dass der ursprünglich bis 2012 abgeschlossene Contractingvertrag um weitere vier Jahre verlängert worden ist.

Vor diesem Hintergrund habe die Stadt davon abgesehen, Verträge für weitere Stadtteile abzuschließen. Man habe gleichwohl versucht, die ständig gestiegenen Beleuchtungskosten in den Griff zu bekommen. So gebe es jetzt für das gesamte Stadtgebiet eine einheitliche nächtliche Beleuchtungsdauer. Zuvor, so Tigges, habe es in Spangenberg etwa 20 verschiedene Schaltzeiten gegeben.

Unabhängig von bestehenden Verträgen kommen nun außerdem neue Umweltvorschriften ins Spiel. Zurzeit würden vom Rathaus neue Beleuchtungstechnologien geprüft, etwa durch LED-Leuchtmittel. Dabei würden auch Contracting-Modelle betrachtet. Tigges gab zu bedenken, dass dabei allerdings der Strompreis auf einen längeren Zeitraum festgelegt werde, obwohl man weniger verbraucht.

Falls die Stadt sich entscheide, die vorgeschriebene Investition selber zu stemmen, sei bis 2014 mit jährlichen Kosten von etwa 40 000 Euro zu rechnen. (asz)

Quelle: HNA

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