Fünf Prozent Steigerung

Land Hessen erhöht Einzelförderung in der Dorfentwicklung auf 45.000 Euro

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Schicke Fassade: Emmi Ohle lebt in der dritten Generation in der ehemaligen Mühle in Naumburg. Im vergangenen Jahr bekam das historische Gebäude eine neue Fassade. Weil Naumburg im Programm der Dorfentwicklung ist, übernahm der Landkreis Kassel 30 Prozent der Kosten. Wie Peter Nissen, Leiter des Servicezentrums Regionalentwicklung, sagte, wird dieser Anteil demnächst sogar auf 35 Prozent der Nettoinvestitionssumme ansteigen.

Wolfhager Land. Zwei Dinge müssen für Hauseigentümer zusammenkommen, um in den Genuss einer kräftigen Finanzspritze vom Landkreis Kassel zu gelangen: Zum einen müssen sie bereit sein, ihre Immobilie zu sanieren, und zum anderen muss ihr Wohnort zu den Gemeinden zählen, die im Programm der Dorfentwicklung sind.

Emmi Ohle, die eine ehemalige Mühle in Naumburg bewohnt, kam so zu einem Zuschuss in Höhe von 15.000 Euro und erneuerte die Fassade des Gebäudes aus dem 18. Jahrhunderts.

Demnächst werden sich die Konditionen für die Hauseigentümer sogar noch verbessern, sagt Peter Nissen, Leiter des Servicezentrums Regionalentwicklung in Hofgeismar. „Die Förderquote hat sich von 30 auf 35 Prozent der förderfähigen Kosten erhöht. Der Höchstzuschuss wird ab Mai 45.000 Euro betragen, bislang waren es 30.000 Euro“, so Nissen.

Mit dieser Verbesserung wolle das Land Hessen Privatinvestitionen in der Dorfentwicklung weiter steigern. Denn der demografische Wandel spiegele sich längst auch in den Dörfern des Landkreises wider, sagt Kreissprecher Harald Kühlborn. Mit der besseren Förderung solle ein Anreiz geschaffen werden, Bausubstanz zu erhalten und Wohnorte attraktiv zu halten.

31 Orte im Kreis Kassel 

Die Dorfentwicklung betrifft aktuell elf Städte und Gemeinden im Landkreis Kassel; 31 Orte sind damit im Programm. Neben Naumburg mit der Kernstadt und dem Stadtteil Altendorf sind dies Gasterfeld, Wenigenhasungen, Balhorn, Burguffeln, Ehrsten, Simmershausen, Wellerode sowie die Städte Liebenau und Trendelburg mit allen Stadtteilen und die Gemeinden Helsa und Nieste. Noch in diesem Jahr könnte sich Breuna mit allen Ortsteilen hinzugesellen.

Mit Anhebung des Höchstzuschusses auf 45.000 Euro pro Gebäude hätten Hauseigentümer, deren Projekte bereits mit maximal 30.000 Euro bezuschusst worden sind, die Chance, zusätzliches Geld abzugreifen.

Erneuerung in einem Rutsch 

Emmi Ohle kann Hausbesitzern, die vor einem Umbau stehen oder bei denen der Sanierungsstau hoch ist, nur empfehlen, Kontakt zum Servicezentrum Regionalentwicklung aufzunehmen. Weil ihren Eltern für eine Komplettrenovierung immer das Geld gefehlt habe, hätten sie die Teichmühle nur abschnittsweise streichen können. Mit Unterstützung des Landkreises habe sie die Außenhaut des Fachwerkgebäudes nun in einem Rutsch erneuert.

Etwa drei Millionen Euro habe der Landkreis Kassel im vergangenen Jahr über die Dorfentwicklung ausgeschüttet, sagt Peter Nissen. Wie viel in diesem Jahr im Topf sein wird, wisse er noch nicht. Allerdings lohne es sich in jedem Fall, sich um eine Förderung zu bewerben und bei der Regionalentwicklung einen Antrag zu stellen.

Hintergrund 

Investitionen zur Umnutzung, Sanierung, Erweiterung und Gestaltung besonders erhaltenswerter Gebäude werden in Orten gefördert, die sich in der Dorfentwicklung befinden. Die Bandbreite der Förderung reicht von energetischen Sanierungen, über die Erweiterung einzelner Gebäudeteile, bauliche oder betriebliche Investitionen von Kleinunternehmen bis hin zum Neubau mit standortverträglicher Nutzung, die sich in die Baustruktur des jeweiligen Ortes unter Beachtung städtebaulicher, denkmalpflegerischer und baugestalterischer Kriterien einfügt. Förderfähig sind die Nettokosten. Die Investition muss die 7500-Euro-Grenze überschreiten, maximal werden 45.000 Euro gewährt. Antragsformulare gibt es beim Servicezentrum Regionalentwicklung des Landkreises Kassel in Hofgeismar.

Kontakt: 05671/8001-2413, E-Mail: peter.nissen@landkreiskassel.de

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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