KV legt Daten und Prognosen zur medizinischen Versorgung vor

Landesweite Planung gegen Ärztemangel

Schwalm-Eder. In den Kommenden Jahren droht im Schwalm-Eder-Kreis ein Hausärztemangel – das geht aus einer Untersuchung der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen hervor. Nach der Analyse könnten in vier Jahren 23 Mediziner fehlen, sofern 19,5 Prozent der zurzeit 118 Hausärzte mit 65 Jahren ohne Nachfolger in den Ruhestand gehen.

Der Schwalm-Eder-Kreis ist hessenweit der zehnte Landkreis, für den die KV Hessen zum Stichtag 15. April 2011 eine Analyse zur aktuellen wie prognostizierten Versorgung mit Hausärzten vorgelegt hat. In Kürze sollen für die übrigen hessischen Kreise entsprechende Daten vorliegen, so dass der Hausärztebedarf landesweit betrachtet und werden kann.

Auf der Grundlage ihrer Analysen will die KV Strategien gegen einen drohenden Ärztemangel auf dem Land entwickeln. Ähnliches verfolgt derzeit das Bundesgesundheitsministerium mit einem Ärztegesetz, das im Januar in Kraft treten soll.

Nach den Eckpunkten des Ärztegesetzes soll der Beruf des Landarztes beispielsweise durch finanzielle Anreize attraktiver werden. Auch sollen Nachwuchsmediziner ihr Berufs- und Privatleben besser in Einklang bringen können, indem sie ihren Wohnsitz nicht mehr zwangsläufig am Praxissitz nehmen müssen. Die KV will zu diesen und anderen Vorschlägen zurzeit nicht Stellung nehmen. Es sei unklar, wie das Ärztegesetz am Ende aussehen werde, begründete Pressesprecher Karl Matthias Roth die Zurückhaltung.

In der Analyse für Schwalm-Eder sind bereits einige Möglichkeiten genannt. So hält die KV die Bedarfsplanung für Hausärzte aus den 1990er Jahren für veraltet und reformbedürftig. Sie befürwortet deshalb, künftig auch die Altersstruktur und die Krankheitshäufigkeit der Einwohner bei der Verteilung von Praxissitzen zu berücksichtigen.

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Von Lorenz Grugel

Quelle: HNA

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