Garten um Kloster Haydau wird nach alten Plänen neu gestaltet

Altmorschen. Wo im Krieg die Schweineställe standen und noch vor einigen Jahren die Gemeinde den Kompost lagerte, lädt die untere West-Terrasse des Gartens von Kloster Haydau zum Spaziergang ein. Landschaftsarchitektin Regina Riedel aus Kassel legte den Klostergarten nach historischen Plänen an.

„Der frühere Baumgarten des Schlossgartens lag im Westen, der Lustgarten an der Südseite“, erläuterte sie. Nach der Reformation wurde das Zisterzienserinnen Kloster zum Lust- und Jagdschloss umgebaut. Der Garten in seinen noch heute sichtbaren Grundzügen wurde Anfang des 17. Jahrhunderts unter Landgraf Moritz angelegt. Damals entstand die Ringmauer und teilte den Park in einen Garten im Süden, einen im Westen und den Innenhof ein.

Nach Erwerb von Haydau durch Landgraf Carl im Jahre 1685 wurde der Garten überformt. Das Gelände vor dem Schloss wurde aufgefüllt, es entstanden die Mauern der Terrassierungen. Gemäß der Mode des Barocks waren Terrassen und Mauern, Grotten und Kaskaden sehr beliebt. Reste davon finden sich im Garten von Kloster Haydau noch am Wasserbecken, das wahrscheinlich nie fertig gestellt wurde, wie die Landschaftsarchitektin vermutet.

Anhand alter Pläne stellte Riedel zunächst die ursprünglichen Wegachsen wieder her. Da Wege den Blick des Betrachters lenken, fällt nun die rund 400 Jahre alte „Moritzlinde“ wieder in den Blick, die in der West-Nord-Ecke des Gartens auf einer kleinen Anhöhe thront.

Nach der Gestaltung der West-Terrassen in einer Bürgeraktion mit Pflanzung historischer Obstsorten, Sträucher, Blumen sowie Hainbuchen-Laubengängen und der Renovierung der Mauern wird zur Zeit das Wasserbecken im Garten von Kloster Haydau neu angelegt.

Überliefert ist ein Gartenplan aus dem 18. Jahrhundert, der als Vorlage zur Orientierung für die Wiederherstellung dient. Das Ziel: In der Anlage die Charakteristika des 17. Jahrhunderts erlebbar werden zu lassen. Dazu gehört auch die Pflanzung und Züchtung 40 historischer Obstsorten.

Pomologe Jan Bade aus Kaufungen fand Reiser der alten Sorten in Frankreich und Dänemark, mit denen er hiesige Obstbäume veredelte. Seit drei Jahren schneidet und pfropft er die Obstbäume von Kloster Haydau, um die alten Sorten neu zu ziehen. Spalierobst, in alten Formen wie Palmette (Fächer) und Kordon gezogen, wird die Terrassenmauer zieren.

Kloster Haydau

Die Landschaftsarchitektin freut sich über die gelungene Kombination des neuen Hotels mit dem Klostergarten. Verbunden werden beide durch die alte Ringmauer, die durch das neue Hotel zieht und die Lounge vom Wellnessbereich trennt. Letzterer liegt außerhalb der ehemaligen Klostermauer, das kulturelle Leben findet also innerhalb der Klostermauer statt, erläuterte Riedel. Auch die Höhenunterschiede der Gartenterrasse werden vom Hotel übernommen: Eine Treppe verbindet beide Bereiche, die sich im Inneren des Hotels, gut sichtbar durch die Verglasung der Südseite, fortsetzt.

Quelle: HNA

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