Monatliche Pauschale wird von 600 Euro auf 865 Euro erhöht

Schwalm-Eder-Kreis bekommt für Flüchtlinge mehr Geld

Bleibe gesucht: 2000 Flüchtlinge leben im Schwalm-Eder-Kreis in Gemeinschaftsunterkünften und Wohnungen. An den Kosten dafür beteiligt sich das Land jetzt mit einer deutlich höheren Pauschale. Archiv-Foto: dpa

Schwalm-Eder. Für die Unterbringung von Flüchtlingen wird auch der Schwalm-Eder-Kreis künftig mehr Geld erhalten. Statt einer monatlichen Erstattung von 600 Euro pro Asylsuchendem würden 865 Euro gezahlt, berichtete Landrat Winfried Becker gegenüber der HNA.

Die Kostenerstattung war am Dienstag zwischen dem Land und den kommunalen Spitzenverbänden ausgehandelt worden.

Mit dem Ergebnis ist Becker zufrieden. Damit werde es 2016 möglich sein, die Flüchtlinge annähernd kostendeckend unterzubringen. Das hänge aber noch von der Höhe der Mieten ab und den Personalkosten, die anfallen.

Im vergangenen Jahr hatte der Landkreis 1,8 Millionen Euro aus eigenen Mitteln dafür aufbringen müssen. Voraussichtlich werde es eine rückwirkende Erstattung geben, ob die jedoch kostendeckend ausfalle, sei noch nicht abzusehen. Landesweit sollen dafür 100 Millionen Euro weitergereicht werden.

Mit der Unterbringungspauschale werden die Gemeinschaftsunterkünfte und Wohnungen finanziert, die der Landkreis zur Verfügung stellt und angemietet hat, nicht jedoch die Not- und Erstaufnahmeeinrichtungen, für die das Land die Kosten trägt. Derzeit habe der Landkreis 505 Unterkünfte für etwa 2000 Menschen angemietet.

Die Verteilung der Flüchtlinge auf die Kommunen sei inzwischen besser gelungen als noch vor einigen Wochen, berichtete Becker. Die Asylsuchende seien auf fast alle Kommunen aufgeteilt. Schwerpunkte seien aber nach wie vor Schwarzenborn, Schwalmstadt und Homberg.

Besonders stark angestiegen ist die Zahl der Flüchtlinge im Oktober und November. Jeweils knapp über 300 Asylsuchende kamen in den Landkreis. Sie stammen überwiegend aus Syrien, den West-Balkan-Staaten und Afghanistan. Die meisten sind zwischen 18 und 30 Jahre alt.

Der Schwalm-Eder-Kreis unterhält zwölf Gemeinschaftsunterkünfte für insgesamt 802 Flüchtlinge in Borken, Gilserberg, Homberg, Hülsa, Neukirchen, Niedenstein, Schwalmstadt, Schwarzenborn, Spangenberg und Wernswig. Wohnungen sind für 1178 Menschen angemietet worden.

Für Flüchtlingsfragen gibt es beim Landkreis einen Koordinator. Er ist unter Tel. 05681/775-286 zu erreichen. Ehrenamtliche Helfer, gemeinnützige Organisationen, Schulen und Bildungsträger sind im so genannten Forum Asyl vernetzt. Es finden regelmäßig Treffen statt.

Weitere Informationen unter: www.forum-asyl.schwalm-eder.net

Quelle: HNA

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