Landkreis: 151 Kindern drohte Gefahr von ihren Eltern

Schwalm-Eder. Die Zahlen sind erschreckend hoch: 151 Hinweise auf eine Gefährdung des Kindeswohls bekam der Schwalm-Eder-Kreis bislang in diesem Jahr. Das sind 151 Hinweise auf eine mögliche Verwahrlosung, eine Misshandlung oder gar einen Missbrauch.

Das heißt, nahezu jeden zweiten Tag klingelt bei den Mitarbeitern der Jugendhilfeeinrichtung das Notfalltelefon.

„Das zeigt, dass die Öffentlichkeit sensibilisiert ist. Die Menschen halten Augen und Ohren auf“, sagt Horst Abel, Leiter der Jugendhilfeplanung des Landkreises. Das sei gut und eine Entwicklung, die vor allem nach dem Fall Kevin eingesetzt habe. Irgendwann vor knapp fünf Jahren hat Kevins Stiefvater den zweijährigen Jungen zu Tode geprügelt, die Leiche im Kühlschrank abgelegt und den Ämtern vorgemacht, das Kind lebe noch.

Monatelang ging das so, obwohl das Kind unter Vormundschaft des Jugendamtes Bremen stand. „Danach sind auch bei uns die Fallzahlen stark angestiegen“, sagt Abel. Durchschnittlich seien es seitdem etwa 50 Meldungen mehr pro Jahr. Auch das Amt hat reagiert: Zwei zusätzliche Stellen wurden geschaffen. Insgesamt kümmern sich 13 Mitarbeiter des Landkreises um die Hinweise auf eine Gefährdung des Kindeswohls.

Doch nicht jede Meldung münde darin, dass ein Kind oder Jugendlicher aus der Familie geholt und in Obhut genommen wird. Die wenigsten Fälle landen vor Gericht, weiß Abel. „Jeder Verdachtsfall wird ernst genommen“, betont er. Oft sei es ein Hilferuf, wenn sich Eltern oder Kinder melden, wenn kein Miteinander mehr möglich sei. „Dann führen wir Gespräche, sehen genau hin und suchen nach Lösungswegen.“ Die reichen von der Erziehungshilfe über die Familienhilfe bis hin zur Pflegefamilie. Oberstes Ziel sei es zunächst immer, einen Weg für die Familie zu finden und das Familiengefüge zu erhalten.

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Quelle: HNA

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