702 Flüchtlinge derzeit im Kreis

Landkreis nimmt 500 weitere Flüchtlinge auf - Bereits Mangel an Unterkünften 

Schwalm-Eder. In diesem Jahr werden dem Schwalm-Eder-Kreis 500 weitere Asylsuchende zugewiesen, die er aufnehmen muss. Das teilte Michael Schneider, Büroleiter der Kreisverwaltung, auf HNA-Anfrage mit. Derzeit leben 702 Flüchtlinge im Landkreis.

Der Kreis ist auf der Suche nach neuen Unterkünften, in denen die Menschen wohnen können. Die bestehenden reichen nicht aus, sie sind belegt.

Jüngst hatte in Gilserberg-Schönstein eine Bürgerversammlung dazu stattgefunden. Der Eigentümer einer ehemaligen Pension hatte sein Gebäude dem Landkreis als Flüchtlingsunterkunft angeboten. Die Pension steht seit mehreren Jahren leer. Von 1982 bis 1993 waren dort bereits 35 Asylsuchende untergebracht. 20 Flüchtlinge sollen nach Auskunft des Landkreises in dem 130-Seelen-Dorf unterkommen. „Der Standort in Schönstein ist nicht optimal“, sagte Michael Schneider. Ein Vertrag zwischen dem Landkreis und dem Eigentümer sei bisher nicht geschlossen, die Entscheidung sei zurückgestellt und werde frühestens in drei Monaten fallen.

Der Landkreis mietet nun verstärkt Wohnungen an. Denn die großen Gemeinschaftsunterkünfte wie in Treysa und Homberg sind voll. Weitere große Unterkünfte habe der Landkreis derzeit nicht in Aussicht. Laut Bürgermeister Martin Wagner vermietete Homberg jüngst vier städtische Wohnungen als Flüchtlingsunterkünfte, weiteren Leerstand habe die Stadt nicht. Wie viele Flüchtlinge in der Kreisstadt leben, wisse er nicht. In Schwarzenborn leben aktuell 160 Flüchtlinge, auch die dortigen Kapazitäten sind beinahe erschöpft.

„Es ist nicht damit getan, dass man ein leeres Gebäude anmietet“, sagte Silvia Scheffer, Flüchtlingsberaterin der Diakonie. Werde im Kreis kein adäquater Wohnraum für die Flüchtlinge gefunden, ist es möglich, dass Container als Unterbringung in den Gemeinden aufgestellt werden.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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