Keine Situation wie in Calden

Landrat Becker: Zahl der Flüchtlinge wird deutlich steigen

Schwalm-Eder. Am Caldener Flughafen entsteht ein Erstaufnahmelager für 1000 Asylsuchende. Die Menschen werden dort in Zelten untergebracht. Eine ähnliche Situation sieht Landrat Winfried Becker derzeit für den Schwalm-Eder-Kreis nicht.

In Calden handele es sich um eine Außenstelle des Erstaufnahmelagers Gießen, die es so im Schwalm-Eder-Kreis nicht gebe.

1357 Asylsuchende leben aktuell im Landkreis, 630 sind in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht, 727 in Wohnungen. Bis zum Jahresende werde die Zahl der Flüchtlinge deutlich steigen, auf dann vermutlich etwa 2000, erklärte Becker. Man suche zwar händeringend nach Unterbringungsmöglichkeiten, bisher gelinge das aber noch gut. Zeltstädte oder die Nutzung von Turnhallen seien kein Thema. Nicht mehr genutzte Bundeswehr-Liegenschaften in Homberg, Schwalmstadt und Schwarzenborn spielten bei den Überlegungen prinzipiell eine Rolle, bisher gebe es aber keine konkreten Pläne etwa leerstehende Kasernengebäude in Homberg zu nutzen.

In der Kreisstadt seien bereits 400 Flüchtlinge aufgenommen worden. Becker: „Wir müssen versuchen, die Menschen gut zu verteilen, damit es keine Probleme gibt.“ Es gebe derzeit keine Gespräche über ein Erstaufnahmelager im Landkreis, so Becker

Der Landkreis übernimmt einen Teil der Unterbringungskosten. 1,7 Millionen Euro seien das im vergangenen Jahr gewesen. Hessens Finanzminister Thomas Schäfer habe signalisiert, dass die Kosten künftig komplett erstattet werden.

Eine Zeltstadt wie sie jetzt in Calden entstehe, sei nicht optimal und könne nur eine Notlösung sein, „aber wir können uns nicht wegducken und die Menschen nicht aufnehmen“, erklärte Silvia Scheffer, die beim Diakonischen Werk Schwalm-Eder für Flüchtlingsfragen zuständig ist.

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Quelle: HNA

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