Landrat entscheidet unbürokratisch: Tempolimit auf der Hauptstraße in Reddingshausen bleibt

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Die Schilder bleiben: Stefan Lautenschläger, (Verkehrsbehörde des Kreises), Dirk Daniel (Polizei), Martina Reinhardt, Helmut Beyer, Jochen Dörrbecker vom Kreis und Peter Hippmann, neben Landrat Frank-Martin Neupärtl und Monika Stallschuss sowie Bürgermeister Jörg Müller.

Reddingshausen. Tempo 30 bleibt: Die Schilder in Reddingshausen werden nicht abgehängt. Das entschied am Donnerstagabend Landrat Frank-Martin Neupärtl in dem Knülldorf.

"Die Argumente der Verwaltung überzeugen mich nicht", sagte er. Die Behörde hatte bei einer Verkehrsschau vor einigen Wochen entschieden, die Schilder im Ort abzunehmen. Die Bewohner hatten sich dagegen gewehrt, weil das Überqueren der Straße gefährlich sei.

Allgemein gebe es zu viele Schilder, deshalb sollten überflüssige abgebaut werden. Ausnahme sei eine konkrete Gefahr, sagte Dirk Daniel vom Verkehrsdienst der Polizei in Homberg. Die sah die Verkehrsbehörde des Kreises in Reddingshausen allerdings nicht (wir berichteten). Stefan Lautenschläger von Kreisamt erläuterte, dass die Situation an der Straße nicht besonders gefährlich sei.

Keine Gefahrenquelle

Es gebe einen Gehweg und der Durchgangsverkehr halte sich in Grenzen. "Pro Tag fahren im Durchschnitt 2750 Autos durch den Ort." Und auch aus der Unfallstatistik könne man keine Gefahrenquelle ableiten. Der Ort habe nur 77 Bewohner, folglich gebe es nicht viele Fußgänger. "Das sind alles Gründe, warum wir die Schilder abnehmen können", sagte er.

Die Reddingshäuser und Knüllwalds Bürgermeister Jörg Müller sahen das ganz anders: Die Straße teilt den kleinen Ort in zwei Teile. Wenn es auf der Autobahn staut, wird der Verkehr über Reddingshausen umgeleitet.

Es gebe keinen Fußgängerüberweg und wer die Straße passieren wolle, müsse sehr vorsichtig sein. Zwar gebe es nur wenige Menschen im Ort, aber darunter seien neun Kinder unter 14 Jahren und 30 Senioren über 67. Ein Radweg und ein beliebter Wanderweg führen über die Straße. Zwei besondere Gefahrenpunkte sieht Müller am Heideweg und am Hof Vollmer. Vorsichtig müsse man auch an den Bushaltestellen sein und der Gehweg sei zu eng.

"Die Autofahrer halten sich nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung. Aber durch die Schilder fahren sie langsamer." Auch sei die Diskussion abwegig, denn durch die Schilder entstehen keine Kosten. "Sie bieten Schutz und sollen bleiben." Das überzeugte den Landrat, der auch der Verkehrsbehörde des Kreises vorsteht. Er entschied schnell und unkonventionell: Alles bleibt, wie es ist.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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