Zuschuss aus dem Dorferneuerungsprogramm für Betriebsgemeinschaft

Landwirtschaft hat Vorrang

Kooperieren: Die Familien Richardt und von Buttlar betreiben in Altendorf gemeinsam Landwirtschaft. Rolf Richardt mit Ehefrau Sonja (rechts) und Alix von Buttlar bei der Vorstellung ihres Hallen-Projektes. Foto: zih

Altendorf. Als eine beispielhafte Maßnahme der Dorferneuerung und -entwicklung bezeichneten Landrat Uwe Schmidt und Christian Primus, Leiter des Amtes für den ländlichen Raum, die Fertigstellung einer überwiegend aus Holz gebauten, fast 800 Quadratmeter großen Halle für landwirtschaftliche Großgeräte.

Sie steht auf dem Hofgelände des Vollerwerbslandwirts Rolf Richardt, mitten im Ortskern des Naumburger Stadtteils Altendorf. Bezuschusst wurde das 180 000 Euro teure Projekt mit 60 000 Euro (25 Prozent) aus dem einzelbetrieblichen Investitionsförderprogramm für landwirtschaftliche Betriebe im Landkreis Kassel.

Betriebsstandort erhalten

Den Rest finanzieren die Familien Richardt und von Buttlar, seit 30 Jahren durch Zusammenlegung der Ackerflächen eine landwirtschaftliche Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR), aus der eigenen Tasche. Primus: „Am Beispiel Altendorfs kann man sehr gut verdeutlichen, vor welchen Problemlagen landwirtschaftliche Investitionsvorhaben heute stehen.“ Beim Bau der Maschinenhalle ging es um den Erhalt eines Betriebsstandorts mitten im Dorf. Der von den Einwohnern auch voll akzeptiert wird. Denn hätte Rolf Richardt die vorher auf dem jetzigen Hallengelände und unter Denkmalschutz stehende marode Fachwerkscheune nicht abreißen dürfen, wäre nur noch eine Aussiedlung des gesamten Betriebes in die Feldgemarkung infrage gekommen. Das hätte wiederum wertvolle landwirtschaftliche Anbaufläche vernichtet, erklärt der 41-jährige Landwirt.

Das hat letztlich auch das zuständige Amt für Denkmalpflege so gesehen. Dem Abriss der aus dem 18. Jahrhundert stammenden Fachwerkscheune wurde zugestimmt. Landwirt Rolf Richardt betreibt zusammen mit Ehefrau Sonja in der Gemarkung Altendorf sowie Elbenberg ausschließlich Ackerbau. Er baut auf 260 Hektar überwiegend Getreide und Zuckerrüben an. Davon sind 200 im Eigenbesitz der GbR, der Rest ist hinzugepachtet. Auf dem Hof gibt es keine Viehhaltung, aber einen Schweinemastbetrieb im Wolfhager Stadtteil Bründersen mit 900 Tieren. (zih) Hintergrund

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare