Pauschale für Blutwäsche gekürzt – Das lange Warten auf die Niere

+
Ist stets bereit für die Fahrt ins Krankenhaus: Falk Edelmann wartet schon seit fünf Jahren auf eine Spenderniere.

Wolfhagen. Schätzungsweise 100 Menschen Im Altkreis Wolfhagen sind von den Kürzungen in der Dialyse-Sachkostenpauschale betroffen. Einer davon ist Falk Edelmann aus Wolfhagen. Seit fünf Jahren hängt sein Leben an einer Maschine.

Der 40-Jährige ist seit 2008 Jahren an die regelmäßige Blutwäsche gebunden. Dreimal pro Woche acht Stunden - so lange ist er im Warburger Dialyse-Centrum an ein Dialysegerät angeschlossen, das sein Blut von Schadstoffen reinigt.

Seine eigenen Nieren versagen schon lange den Dienst: „Festgestellt wurde dies aber nur durch einen Zufall“, erinnert sich Edelmann. Nach einem Schlüsselbeinbruch musste ihm 2007 eine Knochenplatte eingesetzt werde, die ein Jahr später wieder entfernt wurde. „Nach der Folge-OP 2008 waren meine Nierenwerte so schlecht, dass ich quasi keine eigene Nierenfunktion mehr hatte.“ Die genaue Ursache ist aber nach wie vor unbekannt - vermutet wird ein zu hoher Blutdruck, sagt der junge Familienvater. Manchmal habe er Angst, dass eine erbliche Grundlage dahintersteckt, denn schon seine Mutter musste regelmäßig zur Dialyse. Allerdings vergeblich - sie starb mit 34 Jahren: „Damals war ich neun“, erzählt Edelmann. Seinen eigenen Kindern möchte er solch eine Tragödie ersparen.

Hoffnung und Angst

Und Edelmann kämpft und hofft: In jeder Sekunde kann der Anruf kommen. Und damit die ersehnte Nachricht von einer passenden Spenderniere. „Ich habe das Telefon und die Krankenunterlagen jederzeit griffbereit“, sagt Edelmann und blättert in seiner prall gefüllten Krankenmappe.

Nach dem letzten Transplantationsskandal wächst aber auch bei ihm die Sorge, dass die Bereitschaft, ein Organ zu spenden, spürbar nachlassen könnte. „Wenn jetzt auch noch die Pauschale für die Dialyse-Sachkosten gekürzt wird, verunsichert mich das schon sehr“, betont Edelmann. Zwar sei er noch nicht direkt davon betroffen, aber sollte sich sein Zustand weiter verschlechtern, möchte er eine qualitative Versorgung nicht missen.

„Bis vor kurzem war ich noch etwas unabhängiger von all dieser Bürokratie der Krankenkassen“, erzählt er. Da habe er noch selbständig daheim die Bauchfelldialyse machen können. Inzwischen hat sich sein Zustand jedoch so verschlechtert, dass er dreimal wöchentlich an die „Maschine“ nach Warburg muss.

Auch bei der Fahrtkostenübernahme habe es zunächst Probleme mit der Krankenkassen gegeben. „Das kann ich einfach nicht verstehen“, kritisiert Edelmann. „Es stecken doch Menschen und Schicksale hinter den Fallnummern.“ Man wolle doch nur leben.

Dem Vater zweier Töchter bleibt nichts anderes übrig, als weiter zu warten - auf den erlösenden Anruf, die neue Niere und ein gesundes Leben.

Von Melanie Triesch

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare