Technisches Hilfswerk absolvierte eine 24-Stunden-Übung in Fritzlar und Hirschhagen

Die mit dem langen Atem

Keine Angst vor großer Höhe: Johannes Froehlich vom Technischen Hilfswerk in Fritzlar seilte sich in Hirschhagen von einem Gebäude ab. Foto: privat

Fritzlar. Das war ein anstrengender Tag für die Mitglieder des Technischen Hilfswerks (THW) in Fritzlar. Einmal im Jahr absolvieren sie eine 24-Stunden-Übung. Jetzt war es wieder soweit.

Zum Auftakt gab es am Abend eine große Atemschutzübung auf dem THW-Gelände in der Domstadt. Dabei galt es, etliche Kraft- und Ausdauerübungen zu absolvieren.

Die Übungen sollten unter realistischen Bedingungen mit Atemschutzgeräten durchlaufen werden, was den Puls der Helfer hochjagte.

Sicherheit und Routine

Nur unter solchen extremen Bedingungen könne man lernen, Sicherheit und Routine für den Ernstfall zu gewinnen, teilt das THW mit. Mehrfach hintereinander mussten die THWler Leitern erklimmen, 50-Meter-Sprints in der Dämmerung absolvieren, 100 Meter im Slalom um Hütchen herumlaufen und durch engen Tunnel kriechen.

Mit der restlichen Atemluft ging es für eine Viertelstunde in die stark vernebelte, 700 Quadratmeter große Fahrzeughalle des Ortsverbandes. Dort musste eine 90 Kilogramm schwere Puppe gefunden und geborgen werden.

Der Nebel war so dicht, dass eine Lampe nicht half und die Retter sich vortasten mussten.

Am nächsten Morgen rückte ein THW-Konvoi nach Hirschhagen aus, um in gesprengten Bunkern und verlassenen Gebäuden diverse Übungen zu absolvieren.

Auch Abstützarbeiten standen auf dem Programm. Zugführer Johannes Fröhlich erläuterte die Übungen sowie die Spielregeln auf dem Gelände eines Holzhandels.

Unter Mithilfe des Baufachberaters Frank Lengemann wurden mit Holzkonstruktionen Gebäude gestützt.

Droht beispielsweise eine Hausfassade einzustürzen, werden Strebstützen zur Stabilisierung angebracht, das ist bis zu einer Höhe von 15 Metern möglich.

Sprengwerk stützt ab

Ein Sprengwerk wird dann eingesetzt, wenn ein Gebäude völlig oder teilweise eingestürzt ist. Diese Konstruktion stützt die intakten Häuser ab und verhindert weitere Einstürze. Die Fachgruppe Beleuchtung sorgte für Strom an der Übungsstelle. So konnte im Gebäude mit elektrischen Kettensägen gearbeitet werden.

Zum krönenden Abschluss der 24-Stunden-Übung seilten sich die Helfer fachmännisch vom Dach des höchsten Gebäudes ab. (red)

Quelle: HNA

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