Nordhessische Schlösser- und Burgenfahrt mit einer Pferdekutsche

Langsamkeit im Landauer

Zwischenstation auf Schloss Elberberg: Dr. Renate Hänel (rechts) unternahm mit ihren Töchtern Kristina und Sabine in einer Kutsche von Götz Döhring eine dreitägige nordhessische Schlösser- und Burgenfahrt. Foto:  zih

ELBENBERG. Den Mittagstisch hatte Alix von Buttlar im Guts-haus des historischen Elberberger Schlosses für ihre Gäste schon gedeckt. Doch bevor sich die bald 90 Jahre alt werdende Ärztin Dr. Renate Hänel in Begleitung ihrer beiden Töchter, Dr. Kristina Hänel sowie Diplom-Biologin Sabine Hänel, das Mehrgängemenü nach Gutsherrenart schmecken ließ, gab es natürlich im sonnenüberfluteten Schlosshof eine Sektbegrüßung.

Die drei Frauen unternahmen eine von der Fuhrhalterei Döring (Zennern) angebotene nordhessische Schlösser- und Burgenkutschfahrt. Mit Götz Döhring auf dem Kutschbock des nostalgischen Landauers, der von den Kaltblütern Aimee und Frazer gezogen wurde. Zwei englische Shire Horse, der größten Pferderasse der Welt. Das Buttlar’sche Schloss in Elbenberg war aber nur eine Zwischenstation der dreitägigen ungewöhnlichen Exkursion mit Vollpension. Es ging im zwei PS starken Pferdetrab durch die Landschaft, um zu erleben und zu erfahren, wie vermutlich seinerzeit der Hessische Landgraf Karl durch die Schlösser- und Burgenlandschaft seines Reiches gereist ist.

Start in Felsberg

Startort war Felsberg, von dort ging es auf der alten Salzstraße in die Dom- und Kaiserstadt Fritzlar sowie zum Züschener Schloss Garvensburg, dem zweimaligen Übernachtungsort der kleinen Reisegesellschaft. Danach führte die Route durch das Elbetal über das Elberberger Schloss nach Naumburg. Dort begann die dritte Tagestour mit Zielort Schloss Waldeck, in dem Renate Hänel als junge Medizinstudentin während eines Kurzurlaubes in der Nacht vom 16. auf den 17. Mai 1943 übernachtete.

„Ein furchtbares Ereignis, das vielen Menschen, auch in meiner Heimatstadt Kassel, das Leben gekostet hat.“

dr. renate hänel zur ederseekatastrophe

Sie wurde dabei Augenzeugin, als gegen zwei Uhr britische Bomber die 48 Meter hohe Staumauer des Edersees bombardierten und zerstörten. „Ein furchtbares Ereignis, das vielen Menschen, auch in meiner Heimatstadt Kassel, das Leben gekostet hat. Als der Tag anbrach, bin ich mit vielen anderen Menschen zu Fuß durch den damals größten deutschen und nun trocken gelaufenen Stausee gegangen.“ Die jetzige nordhessische Schlösser- und Burgenfahrt in einer Kutsche genoss sie mit ihren Töchtern aber in vollen Zügen. „Es ist ein fantastisches Erlebnis, im Pferdeschritttempo durch eine in voller Blütenpracht stehende Bilderbuchlandschaft zu fahren und dabei historische und kulturelle Kleinode am Wegesrand zu entdecken. Und das Wetter spielte auch noch mit.“ (zih)

Informationen: Fuhrhalterei Döring, 34590 Zennern, 05683 - 8312, www.fuhrhalterei-doering.de.

Quelle: HNA

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