Nach Blendung von Fritzlarer Tiger-Piloten steht Strafe fest

Laser-Täter muss zahlen

Soldat
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Remo Templin-Dahlenburg

Fritzlar – Wer Piloten mit Laserattacken blendet, muss mit einer Strafe rechnen: 5500 Euro muss ein 57-Jähriger zahlen, der im Mai vergangenen Jahres Tiger-Piloten mit einem Laser geblendet hat. Das teilt die Staatsanwaltschaft Marburg auf HNA-Anfrage mit. In der Nacht auf den 28. Mai hatte der Täter die jeweils zwei Fritzlarer Soldaten in zwei Kampfhubschraubern, die über Mellnau im Landkreis Marburg-Biedenkopf zu Übungszwecken unterwegs waren, mehrmals angeleuchtet.

Die Geschichte gestaltete sich damals äußerst kurios.

Anders als in vielen anderen Fällen, konnte der Laser-Täter nämlich geschnappt werden. Er sei mit Schlappen und im Schlafanzug unterwegs gewesen, berichtete seinerzeit die Bundeswehr. Der Täter habe sich außerdem anschließend am Telefon entschuldigt. Als Grund für seine Tat habe er seine Dummheit genannt und darum gebeten, sich persönlich bei den Piloten melden zu dürfen. Damals hieß es seitens der Polizei, solchen Täter drohe wegen des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr abhängig von den Folgen eine Freiheitsstrafe zwischen sechs Monaten und zehn Jahren.

Der Marburger Staatsanwalt Timo Ide berichtet jedoch jetzt, etwa ein Jahr später: „Es wird keine Hauptverhandlung geben. Gegen eine Geldauflage zugunsten einer gemeinnützigen Einrichtung wurde das Verfahren eingestellt.“ Dies sei nicht der übliche Weg. Doch sei der 57-jährige Mann nicht vorbestraft gewesen, habe die Tat eingeräumt. Außerdem habe sein Handeln in diesem Fall glücklicherweise keine schweren Schäden nach sich gezogen.

Dass bei den Blendungen keine schwerwiegenden Gesundheitsschäden eingetreten sind, bestätigt Oberstleutnant Remo Templin-Dahlenburg, Sprecher des Kampfhubschrauberregiments. Er mahnt: „An diesem Fall ist deutlich zu sehen: Es handelt sich bei Laserblendungen nicht um eine Ordnungswidrigkeit, sondern um eine Straftat.“ Laserblendungen könnten im schlimmsten Fall nicht nur das Leben der Piloten, sondern bei einem Absturz auch das Leben anderer gefährden. archivfoto: anke LAUMANN » SEITE 3

Von Daria Neu

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