Jürgen Fischer aus Melsungen läuft in Kassel seinen 167. Marathon

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Ohne laufen geht es nicht: Jürgen Fischer läuft seit 34 Jahren regelmäßig Marathon.

Melsungen. „Laufen gehört zu meinem Leben“, sagt Jürgen Fischer aus Melsungen. 166 Marathons ist der 67-Jährige in den vergangenen 34 Jahren gelaufen. Den 170. will er noch in diesem Jahr schaffen.

„Man muss vielleicht schon ein bisschen verrückt sein“, sagt Fischer über seine Laufbegeisterung, aber es sei ja eine Art positive Verrücktheit, weil man beim Laufen auch etwas für die Gesundheit tue.

Zum Laufen ist Fischer gekommen, weil er eine Sportart suchte, die man immer und überall ausüben kann. Seinen ersten Marathon ist er 1978 gelaufen. Es war der Sensenstein-Marathon. Drei Stunden und 27 Minuten brauchte er damals für die 42,195 Kilometer. Seine absolute Bestzeit liegt bei zwei Stunden und 52 Minuten. Doch damit nicht genug: Der 67-Jährige hat auch 13 100-Kilometer-Läufe absolviert und als Highlight seiner Läuferkarriere bezeichnet er einen 24-Stunden-Lauf im niederländischen Apeldoorn. 173 Kilometer hatte er damals auf einem 1500 Meter Rundkurs zurückgelegt.

Die Frage, wie er darauf gekommen sei, solche extremen Strecken zu laufen, beantwortet er ganz bescheiden. „Marathon laufen ist mir relativ leicht gefallen, da hab ich mir gedacht, ich probier das mal.“

Und wie lange will er noch Marathon laufen? „Natürlich wird es immer schwieriger“, sagt der 67-Jährige, aber so lange er bei einem normalen Lauf unter fünf Stunden bleibe, wolle er laufen. „Wenn es irgendwann nicht mehr geht, dann lauf ich halt nur noch zwanzig oder zehn Kilometer“, sagt Fischer. Aber gar nicht zu laufen, kann sich der 67-Jährige nicht so recht vorstellen.

„Ich habe durch das Laufen schon so viel tolle Sachen gesehen und erlebt“, sagt Fischer. New York, Rio, Tokio – Honolulu, London, St.Petersburg. Nur eine kleine Auswahl von Orten, an denen der ehemalige Schwimmmeister bisher seine Laufschuhe für den Marathon geschnürt hat.

Seit über 25 Jahren trainiert er mit der gleichen Gruppe, gemeinsam nehmen sie regelmäßig an Läufen teil. Jedes Jahr im Dezember beginnt Jürgen Fischer mit seiner Marathonplanung. Dann entscheidet er, an welchen Läufen er im kommenden Jahr teilnehmen will. In diesem Jahr will er achtmal die 42,195 Kilometer laufen.

Als nächstes steht der Kasselmarathon am 20. Mai auf dem Programm. Er hat sich vorgenommen, die Strecke in vier bis viereinviertel Stunden zu laufen. „Man kann natürlich nicht jeden Marathon in Bestzeit laufen“, sagt Fischer.

Aber auch wenn er merke: Das ist nicht mein Tag – versucht er sich durchzukämpfen und den inneren Schweinehund zu überwinden. „Klar ist es manchmal eine Qual“, sagt der ehemalige Schwimmmeister, „aber aufgeben kann ja jeder. Und wenn man im Ziel ist, sind alle Schmerzen vergessen.“

Quelle: HNA

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