Lautes Gezwitscher in der Halle: Wie Küken in einer Mastanlage leben

Gelbes Federvieh, so weit das Auge reicht: Praktikant Alban Forestier (17) aus Frankreich inmitten tausender Küken, die unmittelbar zuvor eingestallt wurden.

Naumburg. Auf dem Hof von Annika und Axel Römer in Naumburg befindet sich eine Mastanlage für weibliche und männliche Hühner. Wir begleiteten die Abläufe, bei denen tausende junger Küken eingestallt werden.

Naumburg. Es ist dunkel und still. Nichts deutet auf das das tierische Spektakel hin, welches sich in Kürze in der 1900-Quadratmeter Halle abspielen wird. Die 35 Grad Temperatur bei 55 Prozent Luftfeuchtigkeit lassen den Schutzanzug schon nach wenigen Minuten am Körper kleben.

Plötzlich ein leichter Windzug, als sich die großen Tore öffnen und stapelweise grüne Kisten, aus denen kleine schwarze Küken-Augen schauen, in die Halle gefahren werden. Nach und nach steigt der Geräusch-Pegel, als tausende Küken aus ihren Transportkisten in der immer noch spärlich beleuchteten Halle ausgesetzt werden. 30 Minuten später haben die Betreiber Annika und Axel Römer mit vier Helfern aus der Familie sowie Praktikant Alban Forestier alle Tiere „eingestallt“, wie es heißt. Nun geht das Licht an, mit lautem Klatschen treiben die Helfer die weiblichen und männlichen Tiere zwischen die Futterbahnen und Tränkeleitungen auf den mit Stroh bedecktem Boden.

Impressionen aus der Hühner-Mastanlage in Naumburg

Hektisch wuseln die etwa 50 Gramm leichten und wenige Zentimeter kleinen Tiere durch den Maststall. Nun herrscht plötzlich Stadion-Atmosphäre, die Laustärke liegt gefühlt bei 38 500 Trillerpfeifen, das Summen in den Ohren hält noch minutenlang an. Annika Römer kontrolliert an diesem Tag alle zwei Stunden, ob Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Futter- und Wassermenge den Vorgaben entsprechen. Freude, als der durchnässte Anzug abgestreift wird.

Die Küken hingegen bleiben noch 40 Tage im Stall, ehe sie mit einem Gewicht von circa 2,4 Kilogramm die computergesteuerte Anlage in Richtung Schlachthof verlassen. Einen Tag vorm Abtransport kontrolliert das Veterinäramt die Tiere auf Krankheiten, sagt Römer. Der beschriebene Prozess findet sieben Mal im Jahr statt, ergänzt der Betreiber der Mastanlage.

Quelle: HNA

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