Spangenberger ist Beauftragter der Rotarier für Waisenhaus in Namibia – Baunataler leitet das Haus

Leben wie in großer Familie

Traumata überwinden: Namibia hat die vierthöchste Aidsrate weltweit. Die meisten der Kinder, die im Omaruru Children’s Haven leben, haben ihre Eltern an die Immunschwächekrankheit verloren.

Melsungen / Omaruru. Schon neun Mal war Werner Oelze aus Spangenberg in Omaruru, mitten in Namibia. Dort steht ein Waisenhaus, an dem sich der Rotary-Club Rotenburg-Melsungen seit vielen Jahren beteiligt.

Oelze ist Omaruru-Beauftragter der Rotarier, und er hat einen Förderverein Omaruru Children’s Haven gegründet. Jedes Jahr reist er nach Afrika, um sich zu vergewissern, dass die Spenden bei den Waisen ankommen.

Seit einem Jahr leitet Andreas Möckel aus Baunatal das Waisenhaus. Dort leben Mädchen und Jungen, die meisten sind Aids-Waisen, oder ihre Eltern sind im Gefängnis oder haben die Kinder verlassen. Im Kinderheim Omaruru Children’s Haven, das größtenteils durch Spenden finanziert wird, haben 33 Mädchen und Jungen ein Zuhause gefunden. Einen Ort, an dem sie von fünf Betreuerinnen liebevoll umsorgt werden, an dem sie Freunde gefunden haben und lernen.

Bei den Hausaufgaben werden sie zudem von deutschen Volontären unterstützt. „Dadurch haben sich die schulischen Leistungen der Kinder erheblich verbessert“, berichtet Möckel. Darunter waren auch mehrere Volontäre aus dem Altkreis Melsungen.

Gute Noten sind wichtig, denn sie bedeuten für die teils traumatisierten Schützlinge bessere Berufschancen. Zudem können sie praktische Erfahrungen sammeln. In einer Werkstatt lernen sie zum Beispiel, wie man Holz und Metall bearbeitet, und Mädchen bekommen Grundkenntnisse im Stricken und Nähen vermittelt. Seit Neuestem gibt es sogar einen Computerraum mit Internetanschluss.

Für das kommende Jahr hat sich das Team des Omaruru Children’s Haven viel vorgenommen. Ein Neubau soll entstehen, in dem die Jungen und Mädchen in einer familienähnlichen Wohnsituation leben werden. Schlafsäle werden dann der Vergangenheit angehören. Stattdessen gibt es das Gefühl von Geborgenheit.

Nach vielen bürokratischen Hürden und einem lang ersehnten Gerichtstermin beteiligt sich nun auch der Staat zu 16 Prozent an der Finanzierung des Kinderheims, im neuen Jahr soll sich der Anteil auf bis zu 25 Prozent erhöhen. Der Großteil der Kosten muss jedoch weiterhin von Spendern getragen werden.

Und im Februar fliegt Werner Oelze aus Spangenberg nach Omaruru, um zu sehen, dass die Spenden bei den Waisenkindern ankommen. • Spendenkonto: Förderverein Omaruru Children’s Haven, Konto 10 60 02 83 37, BLZ 52 05 21 54, KSK Schwalm-Eder. Spendenbescheinigungen bei Werner Oelze, Tel. 0 56 63/3 06.

Von Pamela De Filippo und Claudia Feser

Quelle: HNA

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