Leben mit Ironie begegnen: Arno Knauf stellt CD vor

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Spielt demnächst in Conrads Scheune in Obergrenzebach: Der 46-jährige Musiker Arno Knauf aus Zella hat seinen zweiten Tonträger in Schwälmer Platt heraus gebracht.

Zella. Mehr als 600 Mal ging die CD „Summer i de Schwalm“ 2007 über den Ladentisch: Jezt legt Musiker Arno Knauf aus Zella nach.

Seine neue CD „Schwälmerloand-Lied“ stellt der 46-Jährige am Samstag, 11. August, in Obergrenzebach vor. Wir haben mit dem Zellaer über Wünsche, Träume, die Liebe zur Musik und zum Texten gesprochen.

Arno Knauf, von Geburt an blind, ist ein Multitalent. Schon mit sechs Jahren trommelte er Märsche auf seiner Kindertrommel, später lernte er Keyboard, Schlagzeug, Mundharmonika. Die Stimme ist sein Experimentierkasten. Er singt, textet, imitiert Geräusche. „Häufig sind meine Texte einfach ironisch und sarkastisch“, sagt er. Dass seine Texte nicht jeder versteht, das stört Arno Knauf nicht.

Inspiriert fühlt sich der 46-Jährige von musischen Vorbildern aus der Reggae- und Bluesszene, aber auch von Menschen wie dem chinesischen Regimekritiker Ai Weiwei: „Dem würde ich zu gern mal die Hand schütteln.“ Es sei toll, wie er sich für andere stark mache. Dabei sind es für den Zellaer häufig auch die alltäglichen Erlebnisse, die Höhen und Tiefen im Leben, die er in seinen Texten verarbeitet. Das Loandlied hat er im Country-Stil geschrieben: „Für Rita“, sagt er schlicht. Dazu hat er die Geräusche gemischt, die ihn morgens zuhause in Zella umgehen. Das Krähen des Hahns, das Knurren des Schleppers. „Um das Hahnengeschrei aufzunehmen, habe ich mich mit dem Mikro vor den Stall gestellt“, erzählt er.

Schnäpschen für die Stimme

Produziert und eingespielt wurde die CD im Tonstudio von Rainer Gerlach in Oberaula. „Für vier Minuten Aufnahme haben wir bis zu zehn Stunden gebraucht“, erzählt Gerlach von der Studioarbeit. „Zwischendurch gab es ein Schnäpschen für die Stimme“, sagt Arno Knauf. „Und Rainers Häppchen.“ Sechs Songs sind auf der CD zu hören: Fünf neue aus der Feder von Arno Knauf und Stephan Gladigau. Als Bonus ist die Single „Summer i de Schwalm“ zu hören.

Dabei legt sich der Zellaer bewusst nicht fest und bewegt sich irgendwo zwischen Rock und Reggae, Ballade und Schunkelromantik. Die frechen Texte erzählen von der Landwirtschaft, von Sehnsucht und verflossener Liebe, vom robusten Schwälmer Charme. „Ich hätte noch viele Texte in der Schublade“, sagt Knauf. „Aber ob ich nochmal die Nerven habe, eine CD aufzunehmen, weiß ich nicht“, sagt er. Dabei nimmt sich der 46-Jährige selbst nicht immer so ernst. Das zeigt auch die Gesaltung der CD-Hülle. Mit einer ordentlichen Prise Ironie thematisiert er seine Blindheit. Ganz selbstverständlich sitzt er mit dunkler Sonnenbrille auf dem Schlepper. Daneben hockt das „blinde Huhn“, das eben hin und wieder doch ein Korn findet. „Ich halte mir und den Schwälmern gerne mal den Spiegel vor“, sagt Arno Knauf. (zsr)

Quelle: HNA

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