Christel Ruth Kaiser, Leiterin der Melanchthon-Schule Steinatal, geht in Ruhestand

Ort zum Leben und Lernen

Mehr als 15 Jahre an der Spitze der Melanchthon-Schule: Christel Ruth Kaiser (63) gibt zum Ende des Schulhalbjahres die Leitung im Steinatal an ihren Nachfolger Claus-Hartwig Otto ab. Foto: Rose

Steinatal. Christel Ruth Kaiser geht nicht, weil sie gehen möchte, sondern weil es gute Gründe gibt: Dazu gehört, dass sie sich mehr um die Familie, die Eltern, kümmern will. „Aber ich bin mit mir im Reinen, die Nachfolge ist geregelt“, sagt die 63-Jährige. Mehr als 15 Jahre leitete Christel Ruth Kaiser die MelanchthonSchule im Steinatal, in diesen Tagen geht sie in den Ruhestand.

Als sie sich 1996 um die Stelle bewarb, war die Zusage „ein großer Glücksfall“ für die ganze Familie. „Die Kinder waren noch klein und mein Mann musste ein halbes Jahr zwischen Marburg und Dülmen pendeln.“

„Es war an der Zeit zu zeigen, dass wir eine evangelische Schule sind.“

Christel Ruth Kaiser

Er war kurz zuvor an die Uni Marburg berufen worden. Ihren Start an der Schule beschreibt sie als Herausforderung. Als spannend habe sie die Aufgabe empfunden, gemeinsam mit der Schule ein stärkeres Profil zu entwickeln: „Es war an der Zeit, zu zeigen, dass wir eine evangelische Schule sind.“ Auch die Verbundenheit zum Namenspatron habe sich wesentlich geschärft.

Auf dem Weg zur Profilprägung beschäftigte sie sich mit dem Ursprung. „Die Schule hat einen diakonischen Anfang genommen. Diesen sozialen Ansatz galt es weiterzuentwickeln“, sagt sie. Etabliert hat sich ein diakonisches Schülerpraktikum. „Wir wollen damit sichtbar machen, dass wir uns nicht nur um anspruchsvolle Inhalte bemühen, sondern auch christlichen Glauben umsetzen.“ Es gibt einen eigenen Sanitätsdienst, ein Beratungsnetzwerk, den Mensa-Dienst sowie Paten für die Fünftklässler.

Die Werte von Kirche und Diakonie sollen die Schüler auch in Zukunft vertreten. „Viele unserer Schüler werden verantwortungsvolle Berufe ergreifen. Sie sollen in der Gesellschaft ganzheitlich gebildete Leistungsträger sein“, wünscht sich die 63-Jährige.

Das Profil der Schule wird seit 2003 in den Steinataler Heften sichtbar. Sie blättern alle Fächer auf, beschäftigen sich aber auch mit Themen wie der Begabtenförderung. Seit 2007 erneuert die Schule immer wieder ihr Gütesiegel für Hochbegabte.

„Es gibt an dieser Schule keinen elitären Ansatz“, betont Kaiser. Sicher gelte es, besondere Begabungen zu fördern. Aber es gebe auch spezielle Unterstützung für so genannte Underachiever – Schüler, die in ihren Leistungen unter ihren Möglichkeiten blieben. Wichtiger Baustein sind die Andachten: „Wir denken gemeinsam etwas an - und das können theologische, aber auch gesellschaftliche Themen sein.“

Auch äußerlich hat die Schule eine neue Prägung erfahren, „gebaut haben wir immer“. Verschiedene Häuser mussten saniert, der Sportplatz erweitert, ein neuer Parkplatz und schließlich die Mensa gebaut werden. Die Schule sei aber auch in den Fachbereichen sehr gut ausgestattet, „ich kann sie beruhigt übergeben“.

Langweilig wird es ihr wohl auch im Ruhestand nicht. Sie wolle sich weiter in verschiedenen Schulbünden engagieren, freue sich aber auch, mehr Spielräume für die Familie und das erste Enkelkind zu haben. Gemeinsam mit ihrem Mann möchte sie öfter verreisen, ins eigene Feriendomizil nach Mecklenburg-Vorpommern und ein zweites Mal nach Afrika. Die Schule wird die 63-Jährige im Blick behalten, denn die Kaisers wollen im idyllischen und ruhigen Steinatal wohnen bleiben.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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