Nach Sturm Friederike

Lebensgefahr: Forstamt warnt vor dem Betreten des Waldes

Wolfhager Land. In den Wäldern der Region hat Sturm Friederike heftige Schäden hinterlassen. Abgeknickte Äste und angeschobene Bäume, die jederzeit umkippen können, sind extreme Gefahren.     

„Es hat uns schon sehr gebeutelt“, sagt Theo Arend nachdem Friederike über das Wolfhager Land fegte. Für eine exakte Bilanz in den Wäldern des Wolfhager Landes, sagt der stellvertretende Leiter des Wolfhager Forstamtes, sei es zwar noch zu früh, schließlich müsse man sich erst einen umfassenden Überblick verschaffen, er gehe aber nach einer ersten groben Schätzung von 50 000 Festmetern Holz aus, die der Sturm geworfen habe. Das entspräche etwas der Hälfte dessen, was in einem normalen Jahr geschlagen wird.

„Es ist mal wieder vor allem die Fichte betroffen“, sagt Arend, aber auch die Kiefer hat es erwischt, dazu vereinzelt Buche und Eiche. Gerade die flach wurzelnde Fichte habe schlechte Karten, wenn heftige Böen an ihr zerren und der Boden so nass und aufgeweicht ist wie zurzeit. „Bei Frost wäre es anders“, sagt der Mann vom Forstamt. Noch vor gar nicht langer Zeit waren die Böden im Januar üblicherweise gefroren. Das brachte nicht nur den Bäumen mehr Stabilität, auch den Forstleuten erleichterte es die Arbeit, und vor allem wurden die Wege durch das Rücken und Abfahren des Holzes nicht derart in Mitleidenschaft gezogen.

„Die Wege werden leiden“, kündigt Arend an, er könne da nur um Verständnis bitten und versprechen, dass die Wege zeitnah wieder glattgezogen werden. Aber auf frostige Phasen werde man angesichts der Menge des Holzes nicht warten können. All das, was vom Sturm gefällt wurde, müsse zügig aufgearbeitet werden, „rechtzeitig, bevor der Käfer kommt“, also bis Ende April, Anfang Mai.

Da wartet auf die Forstarbeiter eine echte Herausforderung, wenngleich nicht ganz so groß wie vor genau elf Jahren, als Orkan Kyrill die Region heimsuchte. Seinerzeit, erinnert sich Theo Arend, fielen durch den Sturm rund 200 000 Festmeter Holz. Einen dringenden Rat von damals wiederholt der stellvertretende Forstamtsleiter: „Leute, bleibt in den nächsten Tagen raus aus dem Wald.“ Angesichts angeschobener Bäume, die zu kippen drohen, und gebrochener, hängender Äste, sei es dort derzeit lebensgefährlich. Auf die Waldarbeiter wartet in den kommenden Tagen allein bei der Beseitigung der Gefahren eine Menge Arbeit.

Sturm in Wolfhagen: Bäume stürzten um, Äste flogen umher

Quelle: HNA

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