Designerin Kerstin Karges aus Borken führt erfolgreich Brautmoden-Atelier in Berlin

Sie lebt ihre Leidenschaft

Kerstin Karges im Atelier: Anhand ihrer Entwürfe entstehen exklusive Kleider, wie Oriana (links) und Ruri. Fotos: Privat/nh

Borken. Zwischen selbst genähten Puppenkleidern und Karnevalskostümen sitzt ein junges Mädchen auf dem Schoß seiner Großmutter und lernt die ersten Handgriffe des Schneiderhandwerks. So hat es nach Kerstin Karges’ Beschreibungen in dem kleinen Borkener Atelier ausgesehen haben, in dem sie ihre Kindheit verbrachte.

Heute betreibt die 31-Jährige ihr eigenes Brautmoden-Label in Berlin. Schon ihre Urgroßmutter war Schneidermeisterin. So wurde die Begabung für das Schneidern und die Kreativität seit Generationen weitergegeben.

Berlin, London, Paris,

Direkt nach dem Abitur ging Karges im Alter von 19 Jahren nach Berlin. Dort studierte sie Modedesign. Während dieser Zeit festigte sich ihr Traum vom eigenen Atelier. „Nicht dass es schlecht ist, für andere zu arbeiten, aber ich wollte schon immer etwas Eigenes auf die Beine stellen“, sagt Karges.

Nach dem Studium folgten Designarbeiten in London und Paris. Dort arbeitete sie unter anderem für die Designer Alexander McQueen, Martine Stibon und Bernhard Wilhelm – bekannte Größen in der Modebranche.

Zurück in Berlin gründete sie das Brautmoden-Label kisui. „Kisu“ ist Japanisch und bedeutet „der Kuss“. „Das passt doch einfach“, sagt Karges lachend.

Schon die erste Kollektion im Jahr 2008 weckte ein großes Medieninteresse im In- und Ausland. „Zuerst wollte zwar keine Zeitung über uns berichten“, sagt Karges. Zu jung und speziell sei ihre Kollektion. „Als wir jedoch einige Fotos an die Pressestellen von Modemagazinen schickten, war das Interesse plötzlich groß.“ Auszeichnungen wie das Traumkleid 2009 und das schönste Kleid der Hochzeitswelt folgten. Erst in diesem Jahr erhielt wieder ein Kleid der aktuellen kisui-Kollektion den Titel „Traumkleid 2011“. Zahlreiche Bräute stimmten ab und wählten es in der Zeitschrift „Weddingstyle“ auf Platz eins.

Die exklusiven Kleider entstehen vom ersten Entwurf über die Schnitterstellung bis zum letzten Nadelstich ausschließlich in Deutschland. Fünf Angestellte nähen hochwertige Seide und filigrane Spitze in Karges Atelier zusammen. Ihre Kleider kosten schnell mal 4000 Euro. Man bekommt aber auch schon eines für 1400 Euro.

Die Nachfrage ist groß: Händler in Hamburg, München, Lostau, Düsseldorf, Kandern und Friedrichsdorf verkaufen die begehrten Brautkleider.

Bisher hat Karges es nicht bereut, ihre Familie und ihre Heimat hinter sich zu lassen. Im Gegenteil: „Ich bin glücklich, meine Leidenschaft auf diese Weise ausleben zu dürfen“, sagt sie. Ihre Familie hat sie von Anfang an unterstützt und besonders Oma Karges ist stolz auf ihre Enkelin.

Zu Hause in der Heimat

Trotz des großen Erfolges entflieht Karges zeitweise ihrem Alltagsstress. „Ich bin gern zu Hause“, betont die junge Designerin. Zu Hause, damit meint sie nicht etwa die Modemetropole Berlin, sondern die hessische Kleinstadt Borken.

Von Isabell Stephan

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare