Organisatoren bitten um Mithilfe

Regionalmuseum Wolfhager Land: Vorbereitungen für neue Ausstellung laufen

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Aufbau: Die Ausstellung „Legalisierter Raub“ im Regionalmuseum Wolfhagen nimmt dank genauer Planung von Meike Beer, Bettina Leder-Hindemith und Beate Bickel (von links) Gestalt an.

Wolfhagen. Noch stapeln sich in den Ausstellungsräumen des Regionalmuseums Wolfhager Land an der Wolfhager Ritterstraße die Kisten und Kartons. Leere Glasvitrinen wollen bestückt werden, kahle Wände sollen noch mit Bildern und Schautafeln behangen werden.

Es gibt noch viel zu tun, bis die Ausstellung „Legalisierter Raub. Der Fiskus und die Ausplünderung der Juden in Hessen 1933-1945“ ab Donnerstag, 17. Januar, für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

„Wir haben viele Aufbauhelfer, die großartige Arbeit leisten“, sagt die hauptamtliche Museumsleiterin Beate Bickel. Man werde unter anderem von der Arbeitsförderungsgesellschaft im Landkreis Kassel (Agil) unterstützt. In den Ausstellungsräumen ist auch Besnik Salihu zu Gange, der mit seinen Kollegen vom Hessischen Rundfunk schwere Türen und überdimensionale Rahmen von Raum zu Raum trägt.

Die Regie übernimmt dabei die Ausstellungsarchitektin Meike Beer, die in dem momentanen Chaos die Oberhand behalten muss. Entsprechend präzise klingen ihre Anweisungen: „Diese Installation wirkt etwas weiter links doch viel besser“ oder „Das historische Telefon muss verschoben werden“ hallt es aus den Räumen.

Und so nimmt die Ausstellung, die sich mit den Gesetzen und Verordnungen beschäftigt, die ab 1933 auf die Ausplünderung jüdischer Bürger zielten, langsam Gestalt an. Einige Objekte, wie etwa das bis ins Detail nachgebaute Zimmer eines Finanzbeamten aus der Zeit des Nationalsozialismus‘, sind bereits fertig gestellt.

Auch der multimediale Teil ist einsatzbereit. Auf großen Bildschirmen können die Ausstellungsbesucher später authentische Zeitzeugenaufnahmen auf sich wirken lassen. Andere Sparten von „Legalisierter Raub“ bedürfen noch einiges an Arbeit, denn für die Präsentation in Wolfhagen soll es eine Besonderheit geben: „Wir wollen einen neuen, regionalen Schwerpunkt setzen“, erklärt Ausstellungskuratorin Dr. Bettina Leder-Hindemith. Mit Sondervitrinen soll an jüdische Familien aus dem Altkreis Wolfhagen, die von der Ausplünderung durch die Nationalsozialisten betroffen waren, erinnert werden.

„Dafür brauchen wir die auch die Hilfe der örtlichen Bevölkerung“, sagt Dr. Bettina Leder-Hindemith. Wenn ortsansässige Familien beispielsweise im Besitz von Briefen, Fotografien oder anderen Zeugnissen sind, die von ehemaligen jüdischen Nachbarn erzählen, können sie sich mit Bernd Klinkhardt vom Regionalmuseum Wolfhager Land unter Telefon 05692/992431 in Verbindung setzen. Auch Dekan Dr. Gernot Gerlach steht unter der Rufnummer 05692/996630 als Ansprechpartner zur Verfügung.

Quelle: HNA

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