Lehrer Frank Möller hört nach 37 Jahren auf

Rarität aus der Sammlung: Frank Möller zeigt eine im glastechnischen Institut in Braunschweig gefertigte Vakuumskala nach Cross. Foto: Rose

Steinatal. Generationen von Schülern hat er in der Melanchthonschule naturwissenschaftlich geprägt - Physik- und Mathelehrer Frank Möller. Aus der eineinhalbjährigen Referendariatszeit wurden im Steinatal mehr als 37 Jahre. Jetzt geht der 65-Jährige in Ruhestand.

Wenn Lampen glühen, die Transistoren wummern, wenn es knistert und Funken sprühen, dann ist Frank Möller in seinem Element. „Mit Experimenten kann man Schüler begeistern“, sagt er. Begeistert hat er wohl einige: Mehrere ehemalige Schüler sind später seine Kollegen geworden. Der gebürtige Melsunger erinnert sich gern an die ersten Zeit in der Schwalm zurück: „Wenn die Sekretärin sich mit der Raumpflegerin unterhielt, verstand ich anfangs nie etwas. Aber das hat mich nicht weiter gestört.“

Schnell Anschluss gefunden

Schnell habe er Anschluss gefunden, sich zum Sport - Fußball und Volleyball - mit Kollegen getroffen. 1976 zog er mit Frau und Tochter nach Treysa, zwei Jahre später wurde Möller Studienrat. Mit mittlerweile drei Kindern richtete sich die Familie 1983 ihr Zuhause im Steinatal ein. Seit 1989 ist Möller Oberstudienrat. „Lehrer zu sein hat mir immer Spaß gemacht“, sagt der 65-Jährige, wenn auch er von Schülerstreichen nicht verschont blieb. Schüler manipulierten Möllers Schaltungen, so dass es zum Kurzschluss kam. „Aber ich habe stets versucht, mit allen auszukommen“, sagt er. Das sei ihm unter anderem mit Angeboten wie einer Elektronik- oder einer Briefmarken-AG gelungen. Möller ist außerdem Hüter der beachtlichen Physiksammlung, die er vollständig inventarisiert hat.

Sein erster Eintrag waren 1978 drei Stoppuhren der Firma Flöter unter der Nummer 992. „Vom Verbrauchsmaterial abgesehen habe ich bis heute mehr als 800 Geräte inventarisiert“, schätzt Möller. Die Zahl der Einzelteile liege zwischen 2000 und 10 000. Eines der Prunkstücke der historischen Geräte ist eine Vakuumskala nach Cross, die noch aus der Zeit vor der Schulgründung stammt. Stolz ist Möller, das in der Sammlung noch alles funktionsfähig ist.

Wenn Experimente funktionieren, darüber freut sich der 65-Jährige bis heute.

„Die gefährlichsten sind mir am liebsten“, erklärt er. Risiko gehe er allerdings nie ein, fügt Möller hinzu. Ein einziges Mal landete versehentlich ein Laser in seinem Auge. „Ich hatte drei Tage Kopfweh, danach war es vergessen.“ Sein Lieblingsversuch sei die Erzeugung von Hochspannung.

„Dabei werden 230 Volt auf das 20-fache hochtransformiert“, erklärt er. Denn wenn es glüht, wummert, knistert und Funken sprühen, dann ist Frank Möller in seinem Element. (zsr)

Quelle: HNA

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