Günther Treptow überzeugte im Ein-Personen-Stück „Klamms Krieg“

Ein Lehrer unter Druck

Merxhausen. Das Spannungsverhältnis zwischen Lehrern und Schülern, der Machtkampf zwischen beiden Parteien bis hin zur gegenseitigen Kriegserklärung war Thema des Theaterabends, den die Klosterspiele Merxhausen am Donnerstagabend veranstaltet hat. In der Titelrolle des Einpersonenstückes von Autor Kai Hensel brillierte der Wiener Schauspieler und Regisseur der Klosterspiele, Günther Treptow, als überzeugter Lehrer Klamm. Im ständigen Monolog mit dem Publikum, das der Darsteller als Schulklasse passiv in die Rolle mit einbezieht, bedient Treptow die gesamte Bandbreite der typischen Lehrer-Klischees.

Als ein Schüler aufgrund einer schlechten Note, die Klamm ihm gegeben hatte, Selbstmord begeht, verweigern die Schüler seines Leistungskurses die Mitarbeit und erklären ihrem Lehrer symbolisch den Krieg. „Ein Lehrer, der seinen Schülern etwas beibringen will, darf nicht beliebt sein“, argumentiert er anfangs noch streng und überlegen.

Von Selbstzweifeln zerfressen

Zunehmend gerät er jedoch unter Druck und wird, von Selbstzweifeln zerfressen, schließlich zum Alkoholiker, dessen Leben am Ende aus dieser Situation heraus zerbricht.

Provokant thematisiert der Autor in dem Drama die Spannung und Gewalt im Schulalltag, mit denen Lehrer und Schüler heute oft konfrontiert werden.

Etwa hundert Zuschauer verfolgten das mit dem Deutschen Jugendtheaterpreis ausgezeichnete Stück, im Festsaal des Sozialzentrums der Vitos-Klinik in Merxhausen.

„Schade nur, dass so wenig Jugendliche unter den Besuchern waren“, erklärt Ute Westphal vom Verein der Klosterspiele am Ende der Veranstaltung.

Von Elke Müller

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare