Frühstückstreffen: Katja Bernhardt sprach für 180 Zuhörerinnen in Ziegenhain

Leichtes Gepäck trotz Sorgen

Damit das Leben leichter fällt: Katja Bernhardt sprach beim Frauenfrühstückstreffen in Ziegenhain. Foto: Rose

Ziegenhain. Es gibt Zeiten im Leben, da tragen Menschen schweres Gepäck mit sich herum. Wie man mit leichtem Gepäck wandert, darüber referierte am Samstag Katja Bernhardt beim Frühstückstreffen für Frauen in der Ziegenhainer Kulturhalle. Dabei war mit dem Wandern der Lebensweg versinnbildlicht, die Sorgen als Steine, die die frühere Kinderkrankenschwester und studierte Theologin in einen großen Rucksack packte.

„Jeder träumt von einem sorgenfreien Leben. Doch Sorgen gehören zum Menschsein einfach dazu“, stellte die 47-Jährige klar. Sorgen, das seien quälende Gedanken, die Angst und Unruhe hervorriefen und Kraft raubten.

„Wir verlieren den Blick auf das Gute und Schöne, wenn wir uns allzu sehr sorgen.“ Wie man mit Sorgen umgehe, hänge wesentlich davon an, wie in der Familie mit Problemen umgegangen worden sei oder werde - „ob man eher Pessimist oder Optimist ist.“ Nachweislich machten Sorgen sogar krank - „wir werden handlungs- und bewegungsunfähig“. Und so zeigte Bernhardt Möglichkeiten auf, die eigene Lebensreise etwas unbelasteter fortzusetzen.

Dazu stellte sie zunächst die Sorgentypen vor. Der Lastenträger habe ein breites Kreuz, einen großen Rucksack, und neige dazu, nie nur die eigenen Sorgen hineinzupacken. „Er will anderen ihre Sorgen abnehmen, dabei fehlt ihm manchmal das Gespür für die eigene Belastbarkeit“, erklärte Bernhardt. Der Alleingänger neige dazu, sich allein mit seinen Problemen zu beschäftigen. Er sei überzeugt, keinen zu finden, der ihm bei seinen Sorgen helfen könne.

Alles im Blick zu haben und schnell zu reagieren - das seien die Attribute des Streckenkontrolleurs. „Er ist auf der Hut, dass ihm kein Fehler unterläuft. Er will alles im Griff haben. Aber dieser Druck erhöht das Sorgenkonto.“

Akribisch jeden Schritt zu planen, diese Eigenschaft trage der Routenplaner in sich. Er vertraue keinem anderen und wolle jede Wegstrecke schon vorher durchdenken.

Der „Hans-guck-in-die Luft“ verdränge Probleme und schiebe sie gern vor sich her.

Katja Bernhardt gab den Frauen zum Schluss mit auf den Weg, ihre Sorgen bei Gott zu lassen. „Ich vertraue Gott die Last an. Und er will den Weg mit uns gehen.“

Referentin Katja Bernhardt gab zum Frauenfrühstückstreffen Tipps, wie der Sorgenrucksack leichter werden könne:

Sorgen erkennen

„Mach dir bewusst, welche Sorgen dich belasten“: Sich darüber klar werden, ob im Rucksack wirklich nur die eigenen oder die Probleme der anderen lasteten, sei hilfreich, empfahl Bernhardt den Gästen. Man könne anderen gern Hilfe beim Lösen von Sorgen anbieten, sollte aber Distanz bewahren und „fremde Sorgen“ besser auspacken.

Gedanken tauschen

„Tausche negative Gedanken gegen positive Gedanken“: Das Denken beeinflusse immer auch das Handeln. Deshalb sei es wichtig, sich positive Gedanken zu machen - sie gegen die negativen zu setzen. „Grübeln ist unproduktiv und hindert am Vorwärtskommen.“

Unterscheiden lernen

Wesentliches von Unwesentlichem unterscheiden: Es sei wichtig, zwischen Wichtigem und Unwichtigem zu unterscheiden, loszulassen und zu verzichten, erklärte die Referentin.

Jetzt leben

„Lebe hier und heute“: Wer bei einer Reise beim Einsteigen schon ans Aussteigen denke, verpasse die eigentliche Fahrt, sagte Bernhardt: „Lass dir den Himmel von heute nicht von den Sorgen von morgen verdunkeln.“

Sich befreien

„Befreie dich von Altlasten“: Nur wer sich Problemen aus der Vergangenheit stelle, gewinne Rückgrat für die Gegenwart. Es sei entscheidend, wie wir das tragen, was wir tragen, erklärte die 47-Jährige. Wer nachtragend sei, versperre sich neue Perspektiven. „Verzeihen Sie sich und anderen.“

Nicht vergleichen

„Höre auf, dich mit anderen zu vergleichen“: In fremden Wanderschuhen laufe man sich Blasen, so Bernhardt. Es sei wichtig, anderen ihre Sorgen nicht abzusprechen abzutun. „Nehmen Sie sich gegenseitig wahr, dann sind Sie für die nächste Lebensetappe gut gerüstet.“ (zsr)

Quelle: HNA

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