Fumiko Shiraga und Sara Derman begeisterten in Bad Zwesten

Duo mit Leidenschaft

Doppel am Klavier: Sara Derman (links) und Fumiko Shiraga spielten in der Reihe der Bad Zwestener Meisterkonzerte. Foto: Privat

Bad zwesten. Sie sind dem Publikum der Bad Zwestener Meisterkonzerte durchaus bekannt, die Pianistinnen Fumiko Shiraga und Sara Derman. Und doch hatte man sie so noch nicht erlebt. Am Samstag traten sie erstmals als Klavierduo auf.

Das Programm, das sie sich ausgesucht hatten, war sehr ungewöhnlich: ein Sinfoniekonzert für vier Hände. Zu Beginn die Egmont-Ouverture von Ludwig van Beethoven, dann das erste Konzert für Klavier und Orchester von Johannes Brahms und nach der Pause die fünfte Sinfonie von Peter Tschaikowsky. Wie sollte das gehen? Man war gespannt, denn ein solches Programm wird normalerweise von einem großen Orchester gespielt. 70 oder 80 Musiker sitzen dann auf der Bühne eines grossen Konzertsaals. In Bad Zwesten nahmen aber nur zwei junge Damen am Bechstein-Flügel Platz. Wie sie ihr Programm bewältigten – das nahm das zahlreich erschienene Publikum gefangen, das war grandios.

Eine große Herausforderung

Im Brahms-Konzert hatte die als Primo (oben) agierende Fumiko Shiraga nicht nur den Solopart zu spielen – dieser Part ist schon eine der größten Herausforderungen für einen Pianisten, sie hatte auch noch bei den üppigen und ebenfalls sehr schwierigen Orchesterpassagen, die von Sara Derman als Secundo übernommen wurden, mitzuwirken. Das Arrangement dieses Konzerts für vier Hände stammt von Brahms selber. Wer das Konzert, das übrigens unter dem Eindruck von Robert Schumanns Selbstmordversuch entstanden ist, in der üblichen Form als Konzert für Klavier und Orchester kennt, bemerkte bald, dass die Version als Klavierduo eine konzeptionelle Notlösung ist, weil die Klangfülle und die dichte Textur der Orchesterpartitur von einem Klavier eben nicht gleichwertig dargestellt werden kann. Interessant und brillant gespielt war es allerdings allemal.

Ähnliches gilt für die Tschaikowsky-Sinfonie, die Fumiko Shiraga und Sara Derman nach der Pause spielten. Auch dieses Werk ist eine Orchesterkomposition, aber in der Version für Klavierduo wirkte es überzeugender als das Brahmskonzert, vielleicht wegen der Melodienfülle des genialen Melodienerfinders Tschaikowsky. Hier waren die beiden Pianistinnen im ihrem Element. Ihre Freude am Musizieren teilte sich dem Publikum mit, und das dankte mit großem Applaus für einen interessanten und gelungenen Abend. Nach der monumentalen Sinfonie gab es zwei Zugaben: den wunderbar zart gespielten „Liebesgruss“ („Salut d’amour“) von Edward Elgar, und dann zum Schluss als Rausschmeißer einen stürmischen Ungarischen Tanz von Johannes Brahms.

Von Dr. Ulrich Skubella

Quelle: HNA

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