Bereitschaftsdienst wird von Südhessen aus organisiert

Leitstelle Frankfurt schickt den Hausarzt

Schwalm-Eder. Wer am Wochenende im Bereich Melsungen, Spangenberg, Felsberg und Malsfeld seinen Hausarzt erreichen will und dafür die zentrale Servicenummer 0700 /222 44 333 wählt, landet in Frankfurt.

Denn von der Mainmetropole aus werden die etwa 30 Mediziner aus diesem Bereich an den Wochenenden zu ihren Hausbesuchen dirigiert.

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Medizinisches Fachpersonal aus Südhessen ist der erste Ansprechpartner für Anrufer der Bereitschaftsnummer. Mit der Servicenummer und der dahinter stehenden zentralen Organisation wollen sich die Ärzte im Bereitschaftsdienst entlasten. Der greift, wenn ihre Praxen geschlossen sind.

Die Nummer ist aber nicht zu verwechseln mit dem Notruf 110 oder 112. Der Bereitschaftsdienst ist am Wochenende und in Teilen des Landkreises auch nachts zuständig. Immer dann, „wenn Sie ärztlichen Rat brauchen, der nicht bis zur nächsten Sprechstunde warten kann“. So erklärt es Dr. Dieter Conrad aus Neuental. Der 60-Jährige ist Vorsitzender des Hessischen Hausärzteverbandes. Er hat Verständnis für die seit Jahresbeginn geltende Neuregelung im Melsunger Bereich, die für den Schwalm-Eder-Kreis einmalig und für viele Patienten gewöhnungsbedürftig ist.

Denn: „Die jungen Ärzte wollen nicht rund um die Uhr erreichbar sein.“ Deshalb suchen sie nach neuen Organisationsformen. Da gibt es außer dem neuen Melsunger Modell ärztliche Bereitschaftsdienst-Zentralen wie in Homberg, Wabern und am Ziegenhainer Krankenhaus. Oder es gibt die althergebrachte Vertretung unter Kollegen, wie Conrad sie noch im Raum Neuental praktiziert.

Doch die ist aus seiner Sicht ein Auslaufmodell. Denn nur mit einer festen Dienstregelung seien junge Ärzte bereit, sich auf dem Land niederzulassen. Inzwischen seien 77 Prozent der Mediziner Frauen, „die wollen ein geregeltes Familienleben“.

Von Andrea Brückmann

Quelle: HNA

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