Oswald Schnells Geräte eignen sich besonders für kleine Kinder und Senioren

Der große (schwarz-gelbe) „Schuppel“ und die kleinere Variante für Innenräume: Oswald Schnell hat seine Spieleidee weiterentwickelt. Foto: Haaß

Lenderscheid. Vor knapp zwei Jahren erfand der Lenderscheider Oswald Schnell mit seinem sogenannten „Schuppel" ein völlig neues Sportgerät für Jung und Alt. Nun hat der Schuppel einen kleinen Bruder bekommen.

„Der Schuppel ist ein Outdoor-Spielgerät, jetzt wollte ich ein Indoor-Spielgerät für Kinder machen“, sagt der 87-Jährige und präsentiert am Wohnzimmertisch stolz einen ungewöhnlichen Würfel.

Die Verwandtschaft zum Schuppel kann die acht Zentimeter große Kugel nicht verleugnen. Wie sein großes Pendant setzt sich das Holzspielzeug aus drei Scheiben zusammen und verfügt über acht Felder. Neben den klassischen Augenzahlen von eins bis sechs habe sein Würfel aber auch eine Null und ein komplett leeres Feld, erklärt der Lenderscheider den wesentlichen Unterschied: „Die Zahl, die oben liegt, zählt.“

Für Brett- und Würfelspiele 

Der Würfel eignet sich für Brettspiele, aber auch für Würfelspiele in der Kneipe. Es gebe noch mehr Anwendungsgebiete, betont Schnell: „Kinder könnten damit auf spielerische Weise das Addieren lernen.“ So einen Würfel habe es bislang noch nicht gegeben, ist sich der Erfinder sicher: „Mein Patentanwalt hat gesagt, dass der Designschutz des Schuppels auch den Würfel abdeckt. Einen eigenen Namen habe ich ihm aber noch nicht gegeben.“

Bekannte begeistert 

Rund zwanzig Stück fertigte der pfiffige Tüftler bislang in seiner Werkstatt an und verteilte sie in der Verwandtschaft zum Ausprobieren. „Auf dem Geburtstagskaffee meines Cousins war eine Frau so begeistert, dass sie mir sofort einen abgekauft hat“, freut sich der 87-Jährige. Für einen Würfel verlangt Schnell 15 Euro. Wie beim Schuppel gehe es ihm aber nicht ums Geld, so der Lenderscheider: „Ich bin froh, dass es Menschen gibt, die mit meinen Sachen spielen.“

Hephata fertigt jetzt 

Und: Die Holzkugel hat sich mittlerweile zu einem kleinen Erfolgsmodell entwickelt. Sogar das Fernsehen berichtete bereits über das ungewöhnliche Spielgerät.

In den vergangenen Monaten habe er rund vierzig Kugeln verkauft, erzählt Oswald Schnell: „Selbst mein Patentanwalt hat eine mitgenommen.“ Neben Privatpersonen, Schulen und Kindergärten nutzen nach Angaben Schnells auch Behinderteneinrichtungen sowie Alten- und Pflegeheime das Holzspielzeug. Aufgrund seiner besonderen Form könne der Schuppel gut gehalten und geworfen werden, erklärt der Erfinder: Ältere Menschen können damit körperlich und geistig aktiv bleiben.“ Um der Nachfrage gerecht werden zu können, wird der Schuppel im Auftrag des 87-Jährigen mittlerweile in den Hephata-Werkstätten hergestellt. Eine Zusammenarbeit, mit der Schnell sehr zufrieden ist: „Auf dem Hepahta-Jahresfest konnte man mit dem Schuppel auf einem Parcours spielen. Das wurde sehr gut angenommen.“

Käufer gesucht 

Nach wie vor ist der Lenderscheider auf der Suche nach jemanden, der ihm seine Idee abkauft. Und auch wenn Oswald Schnell erst einmal keine weiteren Erfindungen plant, langweilig wird dem Lenderscheider so schnell nicht.

Aktuell brütet der 87-Jährige über Spielideen und Anleitungen für seinen Schuppel und hat bereits einige Entwürfe gezeichnet.

Von Matthias Haaß

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare