Die 15-jährige Chamina Rietze aus Zierenberg besucht für zehn Monate die Highschool

15-jährige Chamina Rietze geht für zehn Monate auf US-Highschool

Der Koffer von Chamina Rietze ist gepackt.

Zierenberg. Eigentlich sollte man annehmen, Chamina Rietze sei aufgeregt. Immerhin verlässt sie in knapp zwei Wochen ihre Heimat Zierenberg, um in den USA eine Highschool zu besuchen.

Doch die ehemalige Schülerin der Elisabeth-Selbert-Schule ist ganz entspannt, fürchtet sich nicht vor Heimweh oder eventuellen Sprachproblemen: „Wieso sollte ich Angst haben, ich freue mich einfach nur und kann es gar nicht abwarten.“

Zehn Monate wird sie im Land der unbegrenzten Möglichkeiten leben. Wo genau, das weiß sie allerdings noch nicht. Der Verein Experience, der den Amerika-Aufenthalt für die 15-Jährige organisiert, hat ihr noch keine Gastfamilie zugewiesen. „Das ist normal, vielleicht erfahre ich auch erst drei Tage vor meiner Abreise, wo ich letztlich landen werde.“ Hauptsache in die USA, lautet ihre Devise, denn hier hat sie sich schon während eines Schüleraustauschs vor knapp zwei Jahren pudelwohl gefühlt.

Spätestens da ist ihr klar geworden, wo es nach der Mittleren Reife für sie hingehen würde. Einziges Problem: die Finanzierung. Für die erfolgreiche Schülerin keine unüberwindbare Hürde. Sie bewarb sich um verschiedene Stipendien und bekam beim Parlamentarischen Partnerschaftsprogramm des Deutschen Bundestages den Zuschlag. Nun ist sie eine von rund 360 Teilnehmern aus Deutschland, die in diesem Jahr als Botschafter für die politischen und kulturellen Werte ihres Landes in die Vereinigten Staaten reisen dürfen. Eine Aufgabe, die Chamina gern übernimmt. „Ich habe mich tierisch über die Zusage gefreut, gleichzeitig war es aber auch etwas komisch, da es damit dann doch ernst wurde“, erinnert sie sich.

Nun kann sie es gar nicht mehr abwarten, endlich im Flugzeug zu sitzen. Viel hat sie sich in ihren Träumen schon ausgemalt. Als Cheerleader, die den amerikanischen Baseballspielern die Köpfe verdreht, sieht sie sich dabei allerdings weniger. Viel lieber würde sie während ihrer Zeit in den USA in einem Lacrosse-Team spielen, „aber an den meisten Highschools ist das leider ein reiner Jungensport“.

Auch die klassischen Fächer sind der Zierenbergerin wichtig, schließlich will sie nach ihrem Highschool-Jahr an der Wolfhager Wilhelm-Filchner-Schule erfolgreich ihr Abitur bauen. „Die Schule ist ganz toll, hat mir überhaupt keine Vorschriften gemacht, welche Fächer ich in Amerika belegen muss“, sagt Chamina, die nach ihrer Rückkehr direkt in die zwölfte Jahrgangsstufe einsteigen wird. Doch bis dahin warten noch aufregende Monate auf sie.

Das Visum ist in der Tasche, die Abschiedsparty steht kurz bevor und der Koffer ist fast fertig gepackt. Bilder ihrer Liebsten hat sie natürlich ebenso eingepackt wie das eigens von Mama Daniela angefertigte Kuschelkissen, falls sie doch einmal das Heimweh nach Deutschland packen sollte.

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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