Veranstaltung mit einem Pädagogik-Experten in der Naumburger Elbetalschule

Lernen ohne Zwang

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Spaß am Lernen : Leon, Matty, Justin, Lennard, Emma und Elias können in der Altenstädter Kita Regenbogenland ihrer Kreativität und Fantasie freien Lauf lassen.

Naumburg. "So können Kinder gut lernen - Bedingungen für eine gelungene Entwicklung". Unter diesem Thema stand ein Vortrag von Dr. Karl Gebauer aus Göttingen mit anschließender Diskussionsrunde in der Aula der Naumburger Elbetalschule.

Gemeinsam veranstaltet von den Fördervereinen Elbetalschule und denen der Kindertagesstätten (Kitas) Regenbogenland Altenstädt, Zwergenstübchen Elbenberg sowie der Kita Sankt Vinzenz in Naumburg. Der Vortrag richtete sich an Eltern, Pädagogen und Erzieher.

Dr. Karl Gebauer war nicht nur viele Jahre lang Leiter der Göttinger Leinebergschule, einer Ganztagsgrundschule, sondern ist Verfasser und Herausgeber zahlreicher Bücher und Publikationen zu Erziehungs- und Bildungsfragen.

Gebauers Thesen basieren vereinfacht ausgedrückt auf dem Sprichwort „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.“ Soll heißen, dass Fähigkeiten oder Werte, die in der Kindheit nicht erlernt oder vermittelt wurden, zu einem späteren Zeitpunkt im Leben nicht mehr oder nur noch mit viel Mühe erworben werden können. Denn Lernen, so sein Tenor, beruht auf Erfahrungen. Das Fundament dafür sind die Eltern oder Erziehungsberechtigten. Jedes Kind braucht das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit, damit sich sein Selbstbildungsprogramm voll entfalten kann. Ist diese Voraussetzung erfüllt, so Gebauer, dann verfolgt ein Kind mit Interesse alles, was sich in seiner Umgebung ereignet. Nahtlos fortgesetzt wird dieser Prozess im Kindergarten und in der Grundschule, wo die kindliche Neugier und die damit verbundenen Glückserlebnisse das Selbstmotivationssystem im Gehirn ankurbeln.

Dr. Karl Gebauer

Im gemeinsamen Miteinander von Eltern, Kindergarten und Schule, werden die grundlegenden Bahnungsprozesse angelegt, die mit darüber entscheiden, ob sich ein Kind gerne neuen Aufgaben zuwendet und konzentriert lernen kann. Das darf nicht unter Druck und Zwang geschehen, sondern in einer Atmosphäre spielerischer und mutiger Lernfreude. Dies ist nach Dr. Karl Gebauer der stärkste Faktor, der eine grundlegende und andauernde Lernmotivation stützt.

Gebauer: „Freude am Lernen und eine hohe Lernmotivation stellen sich besonders dann ein, wenn Kinder ihre Lernprozesse vorwiegend selbst gestalten können.“ Nur freie Entscheidungen ebnen den Weg zur Autonomie. Das gelte von Geburt an und setze sich durch die gesamte Kindheit und Jugend fort. (zih)

Quelle: HNA

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