Der Fritzlarer Museumsverein ist mit dem neuen Konzept der Verwaltung unzufrieden

Fritzlarer Museumsverein ist mit dem Konzept der Verwaltung unzufrieden 

Sie wollen ein Regionalmuseum, das den Namen verdient: von links Marlies Heer, Dr. Johann-Henrich Schotten und Silke Klampp.

Fritzlar. Kommunikationsprobleme mit der Stadt beklagt der Fritzlarer Museumsverein bei den Plänen zur Umgestaltung des Museums. Im Auftrag der Stadt Fritzlar hat das Büro AHB ein Konzept erarbeitet (wir berichteten).

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Dr. Johann-Henrich Schotten, Vorsitzender des Museumsvereins, ärgert sich über die Pläne, weil diese mit dem Verein nicht abgestimmt worden seien. „Es werden Überlegungen angestellt, ohne sich sachkundig zu machen“, sagt Schotten.

Stiftung als Träger

Das Museum wird von einer Stiftung getragen, in der Vertreter der Stadt und des Museumsvereins das Sagen haben. Schotten, auch stellvertretender Vorsitzender der Stiftung, weist darauf hin, dass es einen Vertrag gibt, der die Befugnisse regelt. Danach stellt die Stadt das Hochzeitshaus und das Patrizierhaus dem Museum zur Verfügung und kümmert sich um die Unterhaltung der Gebäude.

Museum ist Lernort

Die Konzeption des Museums werde aber von der Stiftung bestimmt, erklärt Schotten. Er habe von Plänen gehört, wonach das Patrizierhaus dem Museum weggenommen werden soll, möglicherweise solle es gar verkauft werden. Das erlaube der Vertrag mit der Stadt jedoch überhaupt nicht.

„Das Selbstverständnis des Regionalmuseums steht nicht zur Disposition“, ist Schottens klare Aussage. Dazu gehöre es, über die Stadtgrenzen hinaus zu blicken. Gegen eine stadtgeschichtliche Abteilung habe er nichts, er habe sogar Pläne dafür erarbeitet. Aber: Das Fritzlarer Museum sei mehr als ein Stadtmuseum.

Schotten verweist auf die Ur- und Frühgeschichte mit ihren archäologischen Fundstücken, auf die Ofen- und auf die Dachziegelsammlung.

Der Vereinsvorsitzende, der auch Museumsleiter ist, wendet sich gegen eine Eventkultur. Natürlich beteilige sich das Regionalmuseum gerne auch an Veranstaltungen, das dürfe aber nicht der Schwerpunkt sein, sondern: „Das Museum versteht sich als seriöser Lernort.“

Es geht nicht in erster Linie um Unterhaltung, sagt Dr. Schotten. Er sehe aber ein, dass auch ein Museum durchaus populär gestaltet werden könne. Themeninseln, also Vitrinen oder auch mal ein Bilschirm zu einem Thema, seien durchaus denkbar, aber bitte chronologisch und nicht wild gemischt.

Er sei gerne bereit, das vorliegende Konzept mit den Autoren durchzugehen, zu disktuieren und Kompromisse zu schließen. Der wissenschaftliche Anspruch müsse aber gewahrt bleiben. Schotten: „Ich bin kein Zirkusdirektor.“

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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