Nach mehr als 25 Jahren nimmt Susan White Abschied von ihrer Ballettschule

Es ist ihr letzter Auftritt

Schüler und Lehrerin: (hinten, von links) Anna Gela Körber, Theresa Zängler, Susan White, Eileen Döring, Sara Zängler, (vorn) Lena Richardt, Wiebke Keller und Anthea Näser. Foto: George

Treysa. Plié, Assemblé, Pirouette – Generationen von Mädchen aus der Schwalm und Umgebung haben diese französischen Begriffe aus dem klassischen Ballett im Ohr, allerdings mit einem englischen Akzent. Er gehört zu Susan White, die seit über 25 Jahren in Treysa Ballett und Jazz Dance unterrichtet. Nach dieser langen Zeit hat sich die gebürtige Engländerin entschieden, ihre Ballettschule in Treysa an eine jüngere Nachfolgerin weiterzugeben.

Im September wird sie 60 Jahre alt und möchte nun mehr Zeit für ihre Familie haben. Besonders in den vergangenen Jahren war das Unterrichten aufgrund gesundheitlicher Probleme immer schwieriger geworden.

Nach einer Ausbildung in England stand Susan White 15 Jahre lang selbst als professionelle Tänzerin auf der Bühne. Sie tanzte unter anderem am Kasseler Staatstheater und am Wuppertaler Tanztheater unter der Leitung von Pina Bausch. Durch die Zusammenarbeit von Susan White und Barry Wilkinson wuchs dessen Ballettschule in Fritzlar, Homberg und Treysa. Susan White folgte ihrem Traum und übernahm 2008 die Schule in Treysa.

Ihr Mann Paul und ihre beiden Kinder Amy und Lee unterstützten sie dabei. Ein Jahr später verstarb Barry Wilkinson. Beide Ballettschulen veranstalteten gemeinsam ihm zu Ehren eine große Gala im Staatstheater Kassel.

Diese Momente auf und hinter der Bühne wird Susan am meisten vermissen. „Die Ballettabende waren immer am schönsten, weil die Kinder und ich für diese Momente trainiert haben.“ Ein Vierteljahrhundert arbeitet Susan White nun schon in Schwalmstadt. Zunächst unterrichtete sie unterhalb von Heynmöller Kleidung, später in Frankenhain und schließlich in dem Fachwerkhaus in der Braugasse 2. Wenn die Schülerinnen zwischen fünf und 20 Jahren dort den Ballettsaal betraten, stand vor allem immer der Spaß im Vordergrund.

Zurück nach England

In den vergangenen 21 Jahren erhielten außerdem über 1000 Ballettschülerinnen und -schüler unter Susan Whites Anleitung die Möglichkeit, an den Grade-Prüfungen der Royal Academy of Dance teilzunehmen. Nun geht diese Zeit in Treysa zu Ende. Die Whites überlegen, nach England zurückzugehen. Susan ist es jedoch wichtig, dass ihre Ballettschule fortgeführt wird. Daher hat sie diese an Mira Schimanski verkauft.

Die ausgebildete Bühnentänzerin und Schauspielerin will auch in Zukunft Ballett, Jazz Dance, Modern Dance und Schauspielworkshops anbieten. Mit fünf Jahren hatte sie angefangen bei Susan White Ballett zu tanzen. Die Schule geht also in bekannte Hände über.

Am 28. und 29. September veranstaltet Susan White zum letzten Mal einen Ballettabend. Gezeigt werden das Ballett Schwanenprinzessin und Ravels Boléro, choreographiert von Susan White. Auch einige Ehemalige sind dabei. „Ich werde die Mädchen und das Tanzen sehr vermissen, aber nicht die Schmerzen“, so Susan White. TERMIN

Von Lisa-Marie George

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare