Leukämie: Reiner Krannich hat das Stammzellen-Transplantat gut angenommen

Zufrieden im Hobbyzimmer an der historischen Eisenbahnlaterne: Der Sondheimer Reiner Krannich, der an Leukämie erkrankt war und über die DKMS einen Spender fand, der ihm das Leben rettete. Foto: :Foto: Thiery

Sondheim. Reiner Krannich hat eine gute Nachricht: „Es sind keine Krebszellen mehr im Blut", sagt er. Der Sondheimer war an Leukämie erkrankt und konnte einen Stammzellenspender finden.

Der 63-Jährige steht in seiner Haustür und sieht deutlich gesünder aus als beim Besuch vor einem Jahr. Er strahlt über das ganze Gesicht und wirkt etwas voller. Er trägt seine alte Berufskleidung, ein Polizei-Hemd, das ihm zusätzlich einen Eindruck von Kraft verleiht.

Vor einem Jahr sah das noch ganz anders aus. Der Polizist im Ruhestand hatte kurz vor Weihnachten 2012 erfahren, dass er an Leukämie erkrankt war. Nur eine Stammzellentransplantation konnte ihm das Leben retten.

Ein passender Spender wurde in einer groß angelegten Typisierungsaktion in der Homberger Stadthalle gesucht.

Seine Freunde bei der Feuerwehr, Ex-Kollegen der Polizei und die Fußballer hatten diese im Mai 2013 organisiert. Viele Menschen wollten dem Ex-Polizisten helfen und ließen sich typisieren, wofür sich Krannich noch einmal ausdrücklich bedankt. Dort wurde der Spender zwar nicht gefunden, aber die Aktion könne einem anderen Menschen in der Not helfen.

Krannichs Lebensretter ist ein 33 Jahre alter Mann aus einer anderen Stadt. Krannich ist froh, dass der Mann sich registrieren ließ und die Prozedur der Spende auf sich nahm.

„Die Daten stimmten bis ins kleinste Detail“, sagte er. Im Sommer verbrachte er neun Wochen für die Transplantation und Nachbehandlung in der Berliner Charité.

Als er entlassen wurde, sah es schon ganz gut aus. Es gab bislang keine Abwehrreaktion, und davon sei auch nicht mehr auszugehen. „Den Spender möchte ich bald kennenlernen, ich will wissen, wer das ist“, sagte der Pensionär. Das sei aber frühestens ein Jahr nach der Transplantation möglich und nur mit dem Einverständnis des Spenders erlaubt.

Krannich ist weiter in ständiger Behandlung, und fährt wöchentlich in das Kasseler Klinikum zur Untersuchung. Bis er als endgültig geheilt gilt, dauere es noch. Es gibt leichtere Folgekrankheiten und gab größere Komplikationen mit der ständigen Zufuhr in die Vene. Zum Alltag gehören nun auch Tabletten, um eine Abwehr zu vermeiden.

Aber im Grunde habe er jetzt wieder fast das Leben wie vor dem Krebs. Und das sei ihm wichtig. Er will gar nichts ändern, alles soll einfach so sein wie zuvor. Er wolle nun wieder im Alltag ankommen, öfters seinem Hobby, der Feuerwehr frönen, und an der Modell-Eisenbahn basteln. Dann sei alles gut. Höhepunkt soll ein Kanada-Besuch sein. „Aber erst, wenn es die Ärzte erlauben.“ Dass dies alles nicht selbstverständlich ist, ist ihm bewusst. Im vergangenen Jahr war er insgesamt 29 Wochen in Kliniken. „Da ist hier nicht viel passiert“, sagt er und schaut sich um.

Daher räumt er jetzt sein Haus auf, schafft Grund im Durcheinander, das das vergangenen Jahr geschaffen hat, es scheint, als wolle er damit einen Neubeginn wieder zurück in sein altes, gewohntes Leben starten.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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