Licht - aber nicht zuviel

Regionalmuseum Wolfhager Land hat zwei alte Leuchten im Fundus

Tischpetroleumlampen: Sie waren beliebt, da man sie von Zimmer zu Zimmer mitnehmen konnte. Unser Exemplar aus der Zeit von etwa 1900 ist mit Milchglasschirm ausgestattet, um das Licht abzudunkeln.

Wolfhagen. Spätestens die Umstellung der Uhr am letzten Oktoberwochenende macht es auch den Langschläfern deutlich: Wir sind in der dunklen Jahreszeit angekommen. Heute ist das kein wirkliches Problem, elektrische Energie sorgt jederzeit für taghell erleuchtete Räume. Das war nicht immer so, das zeigen die Laterne und die Öllampe, die das Regionalmuseum Wolfhager Land in seinem Fundus hat.

Die Entdeckung großer Ölvorkommen in Amerika in der Mitte des 19. Jahrhunderts war Ausgangspunkt für viele Neuerungen. Raffiniertes Mineralöl, das Petroleum, wurde massenhaft produziert und verhalf der gleichnamigen Lampe zu ihrem Siegeszug.

Petroleumlampen wurden im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts zum Beleuchtungsmittel des privaten Haushaltes. In Wolfhagen beleuchtete man bis zur Errichtung einer Gasanstalt im Jahr 1908 sogar die Straßen mit Petroleumlampen. Petroleum war preiswert und die Lampen mobil, von den fest installierten Deckenleuchten einmal abgesehen. Man konnte sie von einem Ort zum nächsten transportieren und benötigte deshalb nicht für jeden Raum eine eigene Lichtquelle.

Bis dahin hatten Kienspan (in Harz getränktes Holzstück), Kerze, Öllampe oder das offene Herdfeuer die Räume eher spärlich beleuchtet. Man war die neue Helligkeit nicht gewöhnt, die Lichtausbeute einer Kerze ist etwa zehn Mal niedriger als die einer Petroleumlampe. Das führte dazu, dass man mit Hilfe eingefärbter Glasschirme erstmals das Licht abdunkelte. Zumindest im Wohnbereich sollte eine gewisse Gemütlichkeit herrschen. (red/ant)

Kontakt: Regionalmuseum Wolfhager Land, 05692/ 99 24 31, www.regionalmuseum-wolfhager Land.de Öffnungszeiten: Dienstag bis Donnerstag 10 bis 13 und 14 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag 14 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung.

Quelle: HNA

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