Mit Fackeln und Geschichten durch die nächtliche Dörnberg-Welt

Licht im Land der Elfen

Ludwig Karner

Zierenberg. Es ist stockdunkel. Nur Mond und Sterne erleuchten den Hohen Dörnberg. Mystisch thronen die Helfensteine im Mondenschein. Es ist fast ein wenig unheimlich, als sich rund 40 Besucher am Samstagabend aufmachen zum Naturparkzentrum, Treffpunkt einer Wanderung der besonderen Art. Sie wollen raus in die Finsternis, rein ins Land der Wichtel und Elfen.

Netti erwartet sie bereits. Die stets schwanzwedelnde Dackeldame ist immer dabei, wenn Herrchen Ludwig Karner als ehrenamtlicher Mitarbeiter des Naturparkzentrums Gäste über den Dörnberg führt. Auf den treffen die Wanderer diesmal aber erst später, als sie sich mit lodernden Fackeln über den Flugplatz der Segelflieger ihren Weg durch die Dunkelheit gebahnt und es sich am Lagerfeuer am Eingang zum Alpenpfad gemütlich gemacht haben.

Karner ist ausnahmsweise mal nicht Förster in Ruhestand, Naturexperte oder Fotograf, an diesem eisigen Herbstabend schlüpft er in die Rolle eines Waldgeistes. Als gutmütig entpuppt sich der schnell, als er erklärt, dass Netti eigentlich gar kein Hund, sondern in Wirklichkeit ein Walddrache ist. Nicht nur die kleinen Teilnehmer hängen gebannt an Karners Lippen, der von einer Zeit erzählt, in der die Menschen noch im Einklang mit der Natur und deren Geistern gelebt haben.

Zwerge am Lagerfeuer

Das knisternde Lagerfeuer bildet dabei den Soundtrack zur Geschichte über die Dorfbewohner zu Füßen des Berges, denen der Bergbau ein zufriedenes leben bescherte. Ein Zwerg trieb zwar dann und wann in den Eisenerzstollen seinen Schabernack, doch die Bergleute duldeten seine Streiche, da niemand zu Schaden kam. Doch dann kam ein Fremder ins Dorf, der es auf die Baumbestände der reichen Wälder abgesehen hatte. Drei Holzfäller sollten ihm dabei Helfen, trafen dabei aber auf eine Waldfee, die schnell klar machte: „Der Wald hält den Boden des Berges zurück und schützt das Tal vor Lawinen. Jeder Baum, der jetzt noch gefällt wird, schwächt den Wald.“

Karners Geschichte wird lebendig, wenn er kleine Wanderer in die Rollen der Holzfäller und der Fee schlüpfen lässt, die dabei auf spielerische Art und Weise lernen, achtsam mit der Natur umzugehen. Genau darum geht es bei den Angeboten des Naturparkzentrums Habichtswald, die sich immer größerer Beliebtheit erfreuen. „Wir werden immer mehr bei den Fackelwanderungen, wollen vielleicht wegen der großen Nachfrage noch einen Zusatztermin anbieten“, sagt Karner.

Regulär geht es am Samstag, 12. November, ab 20 Uhr wieder mit Fackeln raus in die Finsternis und rein ins Land der Wichtel und Elfen. Weitere Informationen und Anmeldung im Naturparkzentrum unter 05606/533266

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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