Werkstatt: Hephata investiert 6 Mio. Euro für 105 neue Arbeitsplätze in Ziegenhain

Licht und Luft im Neubau

Freuen sich über den Baufortschritt: von links Reinhard Wenhöer und Matthias Geisel vom Hephata-Werkstattrat , Hans-Günter Kripko und rechts Peter Keultjes, Abteilungsleiter Fertigung. Foto: Lache-Elsen

schwalmstadt. Seit Jahren besteht in der Werkstatt für Menschen mit Behinderungen Am Lindenplatz in Treysa großer Platzbedarf. Eine Prüfung des Landesarbeitsamtes Hessen ergab schon 2003 einen Fehlbedarf von 145 Plätzen. Nun baut Hephata ein neues Werkstattgebäude in Ziegenhain. In dem Gebäude für 6 Millionen Euro werden ab dem Frühjahr 100 Frauen und Männer ihren Arbeitsplatz haben.

Weithin sichtbar entsteht der imposante Bau auf einem Eckgrundstück an der Bundesstraße 454. Das neue Werkstattgebäude solle als Visitenkarte des Hephata-Diakoniezentrums eine klare Gestaltung bekommen soll, erklärte Hans-Günter Kripko, Bereichsleiter der Hephata-Werkstätten für Menschen mit Behinderungen.

Bereits seit 2006 nutzt Hephata das angrenzende frühere Betriebsgebäude der Firma Gardinenland nahe der Polizeistation Schwalmstadt als Werkstatt. Sie ist zurzeit mit 40 Mitarbeitern gut belegt. Auf dem Gelände wächst nun seit der Grundsteinlegung im April (HNA berichtete) der barrierefreie Neubau, der sich über einen Verbindungsgang das bestehende Gebäude anschließt.

In der Werkstatt entstehen auf 1500 Quadratmetern Nutzfläche 105 Arbeitsplätze. Zwei Arbeitsfelder wird es geben: eine Werkstatthalle zur Metallverarbeitung mit einem großen Maschinenpark, darin integriert ein Bereich mit 24 Industriemontage-Arbeitsplätzen (siehe Hintergrund). Insgesamt wird es 145 Arbeitsplätze für geistig und körperlich behinderte Menschen geben. An die Werkstatt gliedern sich Büro-, Sozial-, Nebenräume und eine Küche mit Speiseraum mit weiteren 500 Quadratmetern an.

Planer ist das Baubüro Zaeske und Partner (Wiesbaden). Es setzt den Wunsch der Auftraggeber um, ein lichtdurchflutetes Gebäude zu schaffen. „Wir haben versucht, einen Zweckbau, aber auch eine angenehme Arbeitsplätze zu konzipieren“, erklärt Kripko. Große Glasflächen erlauben den Blick in alle vier Himmelsrichtungen

Alle zwei Wochen verschafft sich der Werkstattrat, die Vertretung der Beschäftigten in den Werkstätten, einen Überblick über den Baufortschritt. Reinhard Wenhöer (47) und Matthias Gleisel (27) sind zufrieden mit dem Stand. Im Januar soll ein Bus gechartert werden, um allen Kollegen den Neubau zu zeigen, so Peter Keultjes, Abteilungsleiter Technische Fertigung.

Glas und Metall

Das Gebäude, das sich mit einer Fassade aus patinierten Blechen und Glas zur Bundesstraße hin orientiert, wird aussehen wie ein moderner Industriebetrieb, der idealerweise zwischen einem Industriebetrieb und einem Wohngebiet liegt. Das entspricht laut der Hephata-Pressereferentin Melanie Schmitt dem Bemühen einer Regionalisierung, damit Menschen mit Behinderungen arbeiten und leben, wo sie auch Bezugspunkte haben. Aktuell wird am Dach gearbeitet, bald werden die Fenster eingebaut, dieser Tage wurde das Dämm-Material für die Isolierung der Halle angeliefert, sagte Kripko.

Im Zeitplan

„Wir sind gut im Zeitplan“, sagte er über den Bau, der im April oder Mai eröffnet werden soll. Laut Kripko sind sowohl der Landeswohlfahrtsverband als auch das Sozialministerium bei der Finanzierung mit im Boot. (alx)

Von Alexandra Lache-Elsen

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare