Stadtmarketing und Stadt-Architekt wollen Belebung der Altstadt voran bringen

Licht soll nicht ausgehen

Mehr Leben in die Altstadt: Das wollen der Leiter des Stadtmarketings Dr. Dirk Richhardt und Stadt-Architekt Jochen Gontermann mit Hilfe der Homberger und der Politiker erreichen. Foto: Zank

Homberg. Jenseits des Guten und Schönen in Homberg, will sich das Stadtmarketing gemeinsam mit Hombergs Stadt-Architekten Jochen Gontermann um die unbequemen Bauten in der Altstadt kümmern. Und das wollen sie nicht allein machen, sie erhoffen sich dabei Hilfe und auch Denkanstöße von den Hombergern und den Stadtpolitikern.

Eine erste Gelegenheit dazu gibt es beim Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 8. September, im Bürgerbüro der Stadt in der Obertorstraße.

„Wenn wir diese Chance nicht nutzen, geht in Homberg das Licht aus.“

Jochen Gontermann

„Das Haus des Stadtmarketings ist ein Paradebeispiel dafür, was man aus einem alten Haus herausholen kann“, sagt Dr. Dirk Richhardt, Geschäftsführer des Stadtmarketings. So habe jedes Gebäude in der Altstadt seine eigene Geschichte. Natürlich gebe es auch Bausünden, sagt er. „Wir müssen uns überlegen, was wir damit machen“, so Richhardt. Abriss sei jedenfalls keine Lösung.

Er hofft nun darauf, dass die Homberger gemeinsam an der Zukunft ihrer Altstadt planen und sich an der Diskussion daran beteiligen. „Es geht uns dabei nicht um ein Strohfeuer, sondern um langfristige Lösungen.“ Die Homberger müssten ihre Altstadt wieder schätzen lernen. Der Marktplatz sei ein Kleinod und dürfe nicht zu einer Museumsstadt werden. „Unser Ziel ist es, dass in jedem Haus wieder ein Licht brennt“, sagt Richhardt. Einige Gastronomen hätten den Marktplatz und seine Fachwerkkulisse bereits für sich entdeckt, so Richhardt.

Er habe den Eindruck, dass die Marktplatz-Diskussion zäh geworden sei. Es werde in Homberg viel zu sehr problem- und nicht lösungsorientiert diskutiert. „Wir müssen aber langsam aus dem Quark kommen mit unseren Planungen.“ Zur Not müsse man gedanklich die ganze Stadt zerlegen und jedes Gebäude einzeln besprechen. „Hauptsache, es geht voran.“

Das sieht auch Architekt Jochen Gontermann so: „Es muss ein Quartier entstehen, dass der Stadt gut tut.“ Derzeit sei die Wohnqualität in der Altstadt nicht zeitgemäß. „Man kann die Uhr danach stellen, wann welche Straßen leer stehen werden“, sagt er.

In den vergangenen zehn Jahren habe die Kernstadt 450 Einwohner verloren. 30 Prozent der Bewohner seien derzeit über 60 Jahre und zehn Prozent über 80 Jahre. Gerade das Gebiet Marktplatz-Ost sei am schwächsten bewohnt. Es komme nun darauf an, dort ergänzenden Fachhandel und Wohnen zu etablieren. Zielgruppen für das Leben am Marktplatz könnten auf der einen Seite Menschen über 60 Jahre und auf der anderen Seite junge Leute sein.

Das bedeute, dass barrierefreie Wohnungen ebenso benötigt würden wie familiengerechte Wohnungen mit einem kleinen Garten im Hinterhof. „Wenn es uns gelingt, dass von zehn jungen Menschen drei in Homberg bleiben, ist es schon ein Erfolg.“

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare