Literaturgottesdienst in der Spangenberger Stadtkirche St. Johannes

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Gestalteten den Literaturgottesdienst: Pfarrerin Kathrin Mantey aus Spangenberg und Organist Christian Zierenberg aus Rotenburg.

Spangenberg. Wie kann die Liebe leben? Das stand als Thema über dem dritten Literaturgottesdienst im Spangenberger Musiksommer, der in der Stadtkirche St. Johannes von Pfarrerin Kathrin Mantey gefeiert wurde.

Auszüge aus dem Roman Anna Karenina von Leo Tolstoi dienten als Grundlage, als Bibeltext wurde Markus 14 gelesen, in dem Petrus dreimal leugnet, Jesus zu kennen.

In der Predigt stellte Pfarrerin Mantey die Personen aus dem Roman noch einmal detailliert vor, ihre Beziehungen zueinander, die vielen Facetten an menschlicher Liebe, die Tolstoi in großer Erzählkunst beschreibt. „Alle glücklichen Familien gleichen einander, alle unglücklichen sind auf ihre eigene Weise unglücklich“, so beginnt der Roman. Oft werden Beziehungen in großer Verliebtheit begonnen, Menschen suchen nach der perfekten Liebe oder Freundschaft.

Mix aus Liebe und Selbstsucht

Aber im Druck des Alltags mischt sich mit der Liebe die Selbstsucht, und man hört auf zu fragen, was der Andere wirklich braucht, so wird es in Anna Karenina deutlich. Petrus hat für Jesus alles verlassen: Familie, Beruf. Trotz seiner Beteuerungen, immer zu ihm zu halten, leugnet er in Lebensgefahr diese Freundschaft.

Aber er bleibt darin nicht stehen, denn Gott hält zu Petrus, und der Ruf, Fels der christlichen Gemeinde zu werden, wird durch menschliche Schwäche nicht aufgehoben. Pfarrerin Mantey rief als Fazit dazu auf, in Gottes Kraft und Liebe stets neue Wege zum Herzen anderer Menschen zu suchen.

Zu den vielen Facetten menschlichen Liebens und Lebens passte die Musik, die Organist Christian Zierenberg aus Rotenburg/Fulda ausgesucht hatte: Reich an Klangfarben Prélude, Fugue et variation op. 18 von César Franck, prächtig zu Beginn das Orgelvorspiel von Marcel Courtonne, ebenso das Nachspiel von Félix-Alexandre Guiimant.

Von Agnes Dürr

Quelle: HNA

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