Anna Katharina und Wilhelm Fenner feiern Eiserne Hochzeit

Liebe ist das Zauberwort

Sind seit 65 Jahren ein Paar: Anna Katharina (88) und Wilhelm (91) Fenner aus Seigertshausen freuen sich auf ihre Feier im Kreise der Familie. Foto: Rose

Seigertshausen. Es war Liebe, und die ist es bis heute – für Wilhelm und Anna Katharina Fenner ist dieser schlichte Satz das Rezept für mehr als sechs Jahrzehnte gemeinsamen Lebensweg. Vor 65 Jahren gab sich das Paar aus Seigertshausen das Jawort. Mit Verwandten und Freunden feiern Fenners heute ihre Eiserne Hochzeit.

Die Eheleute kennen sich bereits seit Kindertagen, gingen gemeinsam in die Schule. Der Krieg stellte die Jugendliebe auf eine erste harte Probe. Nur die spärliche Feldpost sendete gegenseitige Lebenszeichen. Im Mai 1945 kehrte Wilhelm Fenner zurück, im November wurde im Wohnzimmer seiner Eltern geheiratet. Das kleine Haus teilten sich fortan fünf Menschen. Anna Katharina Fenner arbeitete als Magd, ihr Mann verdiente sein Geld in der Landwirtschaft. 1946 kommt ein Sohn zur Welt, ein Jahr später die Tochter. Von den Kindern lebt nur noch das Mädchen: Der Junge starb mit 20 Jahren an Krebs.

Mit dem Schlepper zum Arzt

Den Alltag der Familie bestimmten die Tiere. Schweine, Kühe, ein Pferd mussten versorgt, die Ernte eingeholt werden. Der Schlepper war nicht nur nützlich für die Arbeit auf dem Feld, sondern war für Fenners stets auch Transportmittel. „Zum Einkaufen oder zum Arzt nach Neukirchen fuhren wir immer mit dem Schlepper“, erzählt die 88-Jährige. Ein Auto hat die Familie nie gekauft. Heute brausen beide noch manchmal mit dem Roller durchs Dorf. „Wir können nicht mehr weit laufen“, sagt das Paar. Wenn die Arbeit in der Landwirtschaft knapp wurde, war Wilhelm Fenner auf Baustellen fleißig. Im Straßenbau und als Holzrücker hat sich der heute 91-Jährige seine Brötchen verdient. Anna Katharina Fenner erledigte die Hausarbeit, kümmerte sich um die Schwiegereltern und den großen Garten. Bis 1973 war die Seigertshäuserin stolze Schwälmerin, ging stets in Tracht. Beide waren viele Jahre auch in der Trachtengruppe aktiv.

Im Rentenalter gaben Fenners die Landwirtschaft auf. Die gemeinsame Zeit genossen sie auf Reisen. Auch packten sie bei der Tochter, die nach Schrecksbach zog, beim Umbau einer Scheune kräftig mit an. Heute sind die Eheleute stolz, dass älteste Paar im Ort zu sein. Mit 20 Gästen, darunter die beiden Enkelkindern, wollen sie ihre Eiserne Hochzeit feiern. Der Pfarrer wird an diesem besonderen Tag eine Andacht im Wohnzimmer halten. (zsr)

Quelle: HNA

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