Ensemble Das Blaue Einhorn begeisterte Zuhörer im Goldenen Löwen

Vielseitige Musiker, vielfältiges Repertoire: von links Paul Hoorn, Florian Mayer, Andreas und Dietrich Zöllner. Foto: Schaake

Beiseförth. Auch nach der ersten Zugabe über zwei Stunden nach Konzertbeginn ist das Publikum nicht bereit, dem Ensemble „Das Blaue Einhorn“ aus Dresden den verdienten Feierabend zu gönnen.

Die Zuhörer im Goldenen Löwen in Beiseförth klatschen ohne Ende. Das Lied vom blauen Stern, ein zweites Weihnachtslied aus Argentienien, ist die zweite Zugabe und krönender Abschluss. Die Zeit ist ein Fluss ohne Ufer – unter diesem Motto hat das Ensemble am Donnerstagabend in der Reihe „Gemeinsam lachen“ die Zuhörer begeistert.

„Einen wirklich schönen Abend“ hatte Frank Eberlein namens des Fördervereins Goldener Löwe vorausgesagt – und nicht zu viel versprochen. Schon im ersten Teil gab es Bravo-Rufe und rhythmischen Applaus.

Auf der Bühne stand die Kopie eines Ölgemäldes von Marc Chagall. Die Geige steht für Erinnerung an Vergangenes, die Uhr ohne Zeiger und Zifferblatt für Gegenwart, Fortgang und Stillstand der Zeit, das Liebespaar am Fluß für: „Wie lange? Begrenztheit und Unbegrenztheit der Zeit.“ Der Fisch mit Flügeln symbolisiert: „Außerhalb der Zeit sein.“

Die vier in Schwarz gekleideten Musiker Paul Hoorn, Florian Mayer, Andreas Zöllner und Dietrich Zöllner erzählen musikalisch Geschichten von Liebe und Schmerz, Sehnsucht und Schönheit.

Das Publikum erlebt zwischen einem alten georgischen Weihnachtschoral, traditionellen Romaliedern, einem serbischen Kreistanz, der „Ballade für die Verrückten“ und dem Liebeslied „Agapi Moi“ aus dem französischen Film „Phaedra“ eine musikalische Zeitreise in verschiedene Länder und viele Welten. Dabei wird man auch in eine griechische Hafenstadt entführt.

Man singe auch Lieder, die man vor dem Aussterben schützen wolle, sagt Paul Hoorn. Auch Werke von Ringelnatz und Büchner werden gekonnt eingebaut. Ein Gedicht Hölderlins, so formuliert es Hoorn, „pflanzen wir ein in ein traditionelles Romalied aus Rumänien“.

Seit 20 Jahren auf der Bühne

20 Jahre besteht „Das Blaue Einhorn“, das auch Biermanns „In Dresden, da steht ja die Elbe so still“ im Programm hat. „Das habt ihr toll gemacht“, sagt ein Zuhörer am Ende des Konzerts zu den Künstlern. Frank Eberlein: „Wer nicht da war, muss sich ärgern.“

Das für gestern abend geplante Konzert in der Felsberger Nikolaikirche musste wegen zu geringen Interesses dagegen ausfallen.

Von Manfred Schaake

Quelle: HNA

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