HNA-Markt: Liebhaber für ein Klavier gesucht

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Liebhaber alter Instrumente aufgepasst: Hans-Günther Rieger (76) aus Oberurff bietet ein altes Klavier von der Firma Schedel zum Verkauf an.

Der Lack ist noch lange nicht ab, findet Hans-Günther Rieger beim Blick auf sein mehr als 100 Jahre altes Klavier. Und recht hat der 76-Jährige aus Oberurff.

Wer ein Liebhaber alter Instrumente ist, dem geht das Herz auf. Mehr als ein Jahrhundert alt ist das Klavier, hergestellt von der Firma Schedel in Fulda. Seit 15 Jahren steht es im Haus der Riegers – Sohn Robin lernte seinerzeit fleißig das virtuose Spiel, bis ihm der Sport näher war als die Musik. Das Ehepaar selbst hat nie auf dem Klavier gespielt, jetzt soll das Instrument an einen Liebhaber verkauft werden.

Lange nicht mehr gespielt

Hans-Günther Rieger erinnert sich gut, wie das „Erbstück“ überhaupt ins Haus kam. Der gebürtige Österreicher betrieb 23 Jahre ein Sportgeschäft in Bad Wildungen. Vor etwa 15 Jahren wurde ihm das Instrument von Familie Franz vermacht – die viele Jahre am Ort ein Musikgeschäft betrieb. Dieter, der Sohn von Else Franz, sei ein talentierter Bariton gewesen. Ihn habe man stets auf dem Klavier spielen hören. Als Else Franz in ein Pflegeheim kam, bekam Hans-Günther Rieger das gute Stück sowie eine Zither: „Die erinnerte mich so an meine Heimat“, erklärt er. Es sei eine echte Plackerei gewesen, das Instrument durch das enge Treppenhaus des Fachwerkshauses ins Freie zu tragen. Kaum war das Klavier in Oberurff angekommen, probierte sich Sohn Robin eifrig am Instrument aus. „Er war talentiert – man konnte ihm gut zuhören. Vor allem, weil er nicht nur Klassik, sondern auch Modernes spielte“, erzählt der 76-Jährige. Er selbst habe extra noch den Schriftzug „Schedel“ etwas vergrößern lassen. Ansonsten sei am Klavier aber alles original. Irgendwann habe Robin nicht mehr geübt, sich lieber sportlich betätigt, sein Studium begonnen. Jetzt wünscht sich Gans-Günther Rieger für das Liebhaber-Stück einen Käufer, dem alte Instrumente wirklich am Herzen liegen: „Es wäre auch schön, wenn jemand Junges darauf das Spiel lernen würde“, sagt er. Der Preis spiele dabei eine eher untergeordnete Rolle und sei verhandelbar. (zsr)

Quelle: HNA

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