Soziologe und Gebäudereiniger David Enwerem aus Melsungen träumt von einem Leben als Buchautor

Am liebsten schreibt er nachts

Präsentiert seinen Erstling: David Enwerem aus Melsungen hat sein erstes Kinderbuch bei einem Zuschussverlag veröffentlicht.

Melsungen. Er spielt für sein Leben gern mit Worten. So gern, dass ein Freund irgendwann sagte: Schreib doch mal was. Und David Enwerem schrieb. Der gebürtige Nigerianer, der mittlerweile die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen hat, ist 50 Jahre alt, über 20 Jahre Nordhesse und seit kurzem Buchautor.

Gerade hat David Enwerem, der erst in Spangenberg lebte und heute in Melsungen zuhause ist, sein erstes Buch herausgebracht. Und zwar bei einem Zuschussverlag. Das sind Häuser, die gegen Entgelt Bücher von unbekannten Autoren produzieren. Eine Bildergeschichte für Kinder ist es geworden -- „Der Frosch“ heißt sie.

In der Geschichte erzählt der Frosch Amados den jungen Lesern vom Kleinkindalter bis zum Grundschüler einiges über sich und seine Artgenossen. „Die Kinder lernen unter anderem, dass es auf der Welt Frösche in vielen verschiedenen Farben gibt“, sagt David Enwerem. „Und dass diese Farben manchmal auch was zu sagen haben.“ So seien beispielsweise rote Frösche giftig, grüne hingegen nicht. „Außerdem lernen die Kinder mit meinem Buch, das Leben zu schätzen - auch das von kleinen Lebewesen“, sagte Enwerem, der seine Zukunft in der Schriftstellerei sieht. Bislang ist zwar erst ein Buch von David Enwerem erhältlich. Kommendes Jahr jedoch soll ein zweites erscheinen, ebenfalls für Kinder.

„Irgendwann würde ich gern von meinen Büchern leben können.“ Bis es soweit ist, verdingt sich der 50-Jährige mit Gelegenheitsjobs als Glas- und Gebäudereiniger. Denn diesen Beruf hat der studierte Soziologe gelernt.

Erster Roman

David Enwerem ist fleißig. Einen ersten Roman hat er schon in der Schublade: „Das ist ein Psycho-Erotik-Thriller, den habe ich in englischer Sprache verfasst“, erzählt der Autor. Eine Biografie hat er außerdem bereits fertig, und zwar die seines Onkels Evan Enwerem. Der war einst Nigerianischer Senatspräsident, vor drei Jahren ist er gestorben. Sein Leben war ein bewegtes. „Deshalb ist auch das Buch bewegend“, sagt David Enwerem.

Jetzt müssen die Manuskripte nur noch Abnehmer finden, dann lohnen sich auch die Anstrengungen des Melsungers.

Der schreibt am liebsten ganz für sich allein. „Eigentlich bin ich ein Familienmensch, aber beim Schreiben brauche ich Raum und Zeit für mich“, sagt Enwerem. Deshalb setze er sich vornehmlich nachts an seinen Laptop. Wenn alle schlafen und niemand mehr unterwegs ist. „Oder ich schnappe meinen Computer und gehe raus, um zu schreiben.“ Dann arbeitet er an einem neuen Manuskript, das irgendwann als Buch die Druckerpressen verlassen soll, arbeitet an seinem Leben und vielleicht an einer Zukunft als Buchautor.

Von Markus Berger

Quelle: HNA

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