Karnevalskomitee: Treeser Spätlese bereitet sich auf die großen Prunksitzungen vor

Lieder mit Lokalkolorit

Sorgen im Karneval für Stimmung: Reiner Metz, Dr. Konrad Jakobsen, Dieter Dötenbier, Reinhard Lückert, Reinhold Reitz, Dr. Gerald Näser, Georg Herche, Horst Wagner, Dr. Bernd Adam, Karl-Heinz Aringer und Matthias Geb (von links) feilen eifrig an den Texten. Foto: Rose

Treysa. Konrad und Kalli sind die Chefs. Da sind sich die Männer der Treeser Spätlese einig. Einigkeit herrscht auch übers Repertoire der Sangesbrüder, die seit elf Jahren zum festen Bestandteil des Karnevalskomitees der Liedertafel Treysa gehören. Es sind schmissige Rhythmen, die die Männer in die Mangel nehmen – selbstverständlich rein textlich. Denn Schunkel-, Pop- oder Karnevalshits dienen als musikalische Grundlage für eine ordentliche Prise Lokalkolorit.

Da wird am Tisch im Probenkeller bei Ahler Wurst, Käse, Wein und dem einen oder anderen Bierchen fleißig gedichtet und gereimt. Ob Wieragrund, Damm-Verstärkung oder Haaße-Bier – was die Schwälmer bewegt, packen die Kreativen in heitere Lieder. „Es gibt ein Bier in der Schwalm“ heißt einer der aktuellen Titel der munteren Truppe. Das Repertoire der Spätlese ist mit der Zahl der Musiker gewachsen: Anfangs unterstützte allein Karl-Heinz Aringer am Akkordeon die Sänger. Mittlerweile hat die Gruppe geräuschvoll aufgesattelt. Matthias Geb und Dr. Bernd Adam spielen Bass, Reinhold Reitz sitzt am Schlagzeug. „Den haben wir uns geliehen“, erklärt Zahnarzt Dr. Konrad Jakobsen und löst damit ordentlich Gelächter aus.

Reinhold Reitz nimmt es gelassen: „Ich lag auf Konrads Stuhl und wir haben über Musik philosophiert“, erzählt er. Da war für den Schlagzeuger der Band Thundershot klar: „Die skurrilen Treeser schaue ich mir mal an.“ Die Chemie stimmte. Der Willingshäuser scheint inzwischen eingebürgert.

Was in der Runde entsteht, bedarf oft noch eines Feinschliffs: Matthias Geb und Karl-Heinz Aringer kümmern sich darum, dass der Text zu Melodie und Takt passt.

Dann werden die neuen Texte gedruckt und es geht ans Auswendiglernen: „Dabei fällt schon manche Kachel im Bad runter“, erzählt Georg Herche. Klar ist aber auch: „Die besten Texte entstehen immer dann, wenn der Bürgermeister nicht dabei ist“, findet Geb. Und Dieter Dötenbier ist überzeugt: „Wir trinken beim Dichten – danach sind wir wieder voll da.“ Konrad Jakobsen meint: „Wir zensieren uns gegenseitig.“

Das Repertoire muss bis zur ersten Karnevalssitzung sitzen. Doch auch außerhalb der Session lässt die Narren der Karneval nicht so richtig los: „Wir treten bei Geburtstagen und Vereinsfeiern auf“, erklären die Elf.

Proben starten im Herbst

Was die Sänger darbieten, wird praktischerweise von einem der Sangesbrüder abgenommen: „Da schlagen zwei Herzen in meiner Brust – das des Sängers und des Sitzungspräsidenten“, sagt Aringer. Im Herbst beginnen die Proben für die aktuelle Session.

Was die Spätlese auszeichnet, erklärt Dr. Bernd Adam – nicht ganz ohne Ironie: „Wir bieten Melodien für Millionen.“ Millionen werden in der Festhalle zwar nicht erwartet, dafür ein gut gelauntes Treeser Publikum, das sich über den Lokalkolorit der Spätlese sicher köstlich amüsieren wird.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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