Mehrfamilienhäuser in Borken betroffen

Streit um Rechnung: Eon ließ Gas in 100 Wohnungen abstellen

Das Gas ist abgestellt: Um die Wohnblocks im Scheibenweg und in der Habichtswaldstraße in Borken gibt es immer wieder Ärger. Archivfoto: Dellit

Borken. Der Energieversorger Eon hat in 16 Mehrfamilienhäusern im Borkener Scheibenweg und in der Habichtswaldstraße das Gas abstellen lassen. Das berichtete Jan Koschella von der Hausverwaltung IBB. Betroffen seien davon 96 Wohnungen, von denen 50 bewohnt seien. Auch Familien mit kleinen Kindern hätten kein warmes Wasser.

Um die Wohnblocks hatte es in der Vergangenheit immer wieder Ärger wegen Strom- und Gassperren gegeben. Die IBB habe zum 1. Mai die Verwaltung übernommen und wolle nun alles in Ordnung bringen, sagte Koschella. Ab 1. September habe man einen Vertrag mit einem neuen Gaslieferanten, sagte Koschella, einer der IBB-Geschäftsführer. Darüber sei die Eon informiert worden. Strittig sind offenbar noch etliche Gasrechnungen. Die IBB habe die Forderungen der Eon alle überprüft und sei auf etliche Fehler gestoßen.

Daher habe die Firma den Forderungen widersprochen, darauf jedoch keine Antwort erhalten. Eon-Sprecherin Verena Huber weist das zurück, es habe eine Stellungnahme von Eon gegeben. Um die Gaslieferungen nicht zu gefährden, habe die IBB etwa zwei Drittel der Forderungen überwiesen, sagt Koschella. Das Geld reiche längst nicht für die hohen, teilweise älteren Forderungen aus, die gegenüber dem Eigentümer bestünden, entgegnet Huber.

Eon habe den Gasliefervertrag gekündigt, und zwar zum 20. August. Sie habe eine Gas-Ersatzlieferung abgelehnt, aus wirtschaftlichen Gründen. Das sei bei großen Wohnanlagen - im Gegensatz zu einzelnen Privathaushalten - möglich. Laut IBB habe die Eon mündlich zugesagt, das Gas nicht abzustellen, bis ein neuer Versorger liefert.

Die Gasleitung hat letztlich die EAM-Tochter Energienetz Mitte gesperrt. Veranlasst habe das Eon, sagte Sprecher Steffen Schulze. Dazu sei man verpflichtet: „Wir müssen dann abklemmen.“

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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