Linda Mukisa kehrt nach Operation in Fritzlar zurück nach Uganda

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Vor der Heimreise: Linda Mukisa mit Global-Care-Chef Reinhard Berle in Fritzlar.

Fritzlar. Auf Linda Mukisa warten zuhause in Afrika viele Menschen, Frauen mit dramatischen Lebensgeschichten zumeist. Freut sich die 39-Jährige nach einem zehnwöchigen Aufenthalt in Deutschland auf die Heimreise? Ein Lächeln geht über ihr Gesicht, dann sagt sie auf Englisch: "Halb und halb."

Halb ist sie glücklich, endlich wieder ihre fünf Kinder und Adoptivkinder zu sehen. Halb traurig ist sie, weil sie so viele liebe Menschen in Deutschland zurück lässt, wie sie sagt.

Mukisa, die für das Fritzlarer Kinderhilfswerk Global Care arbeitet, war in der ugandischen Hauptstadt mit einem Lastwagen kollidiert und dann beinahe nochmal überfahren worden. Das Hilfswerk entschied, sie nach Fritzlar zu holen, wo sie im Hospital zum Heiligen Geist operiert wurde.

Ihr Bein hat sich seitdem gut entwickelt, Mukisa läuft wieder wenn auch noch unsicher und langsam. Ein Bericht in unserer Zeitung hatte für ein großes Echo gesorgt.

Die Uganderin wurde in der Stadt häufig angesprochen, und das Therapiezentrum Pauls und Simon bot kostenlose Hilfe an. Physiotherapeutin Susan Nagel habe sehr viel mit Mukisa gearbeitet und ihr geholfen, sagt Global-Care-Chef Reinhard Berle und ergänzt: "Das hätte uns sehr viel Geld gekostet."

Nun geht es wieder nach Afrika, dorthin, wo die Menschen viel mehr Zeit haben, wie Mukisa sagt. In Deutschland werde keine Zeit vergeudet, in ihrer Heimat sei das anders. Dort, so erklärt Berle, seien Gespräche und Kontakte viel wichtiger, überlebenswichtig manchmal

Wenn sie gelandet ist, wird Linda Mukisa kaum durchschnaufen können. Zu viel Arbeit wartet. Die vielen Frauen, die mit dem tückischen HI-Virus infiziert sind, brauchen ihre Hilfe.

Vor allem möchte sie schnell in den Kongo. Dort hatte sie noch kurz vor ihrem Unfall ein zehnjähriges Mädchen getroffen. Die Kleine war in der Schule, während Rebellen ihre Eltern und Geschwister ermordeten. Als sie nach Hause kam, warteten die Verbrecher schon auf sie. Das Kind wurde vergewaltigt und trägt seitdem das Aids-Virus in sich.

Ihr will Mukisa so schnell wie möglich helfen, medizinisch und seelisch. Diese Arbeit, der Windmühlenkampf gegen Aids, ist auch für die Helfer belastend, erläutert Berle: "Sie sind in einer Situation, in der man nicht weiß, wie man weiterhelfen soll."

Die Frau aus Uganda sagt: "Ich habe überlebt, ich kann laufen, also will Gott, dass ich helfe." Ihre Kraft nehme sie aus christlichen Liedern, die sie in ihrem Herzen trage. Und diese Lieder, erzählt Reinhard Berle, summe Linda Mukisa fast den ganzen Tag vor sich hin. Kontakt: Kinderhilfswerk Global Care, Steinmühle 2, 34560 Fritzlar. Tel. 0 56 22/61 60 Mail: info@kinderhilfswerk.de Internet: www.kinderhilfswerk.de

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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