Ausstellungseröffnung: Kunsthalle zeigt im Juni Werke von Michael Moering

Der Literat, der Maler war

Voll besetzt: Dr. Renate Moering referierte über die Biografie ihres Mannes Micheal Moering. Dessen Werke sind noch bis zum 23. Juni in der Kunsthalle zu sehen. Foto: Vogt

Willingshausen. In der voll besetzten Kunsthalle in Willingshausen eröffnete die Vereinigung Malerstübchen die Ausstellung Malerei von Michael Moering. 61 Bilder des mit der Schwalm sehr verbundenen Künstlers finden sich in der Ausstellung.

In seiner Einführung wies Vorsitzender Helmut Geißel darauf hin, dass dem Maler, geboren 1942 Berlin und gestorben 1986 in Wiesbaden, die elfte Ausgabe der Willingshäuser Hefte gewidmet sei.

Dr. Renate Moering referierte über ihren Mann. Für sie als studierte Literaturwissenschaftlerin war die Situation, am Podium zu referieren, nichts Ungewöhnliches. „Trotzdem finde ich eigentlich Erinnerungen schreibende Künstler-Witwen schrecklich“, erklärte sie.

Flucht nach Willingshausen

Moering wuchs in einer Malerfamilie auf. Trotzdem orientierte er sich zuerst in Richtung Musik. Nach dem Zweiten Weltkrieg floh er mit seiner Mutter Elle nach Willingshausen. 1949 zogen sie nach Kassel.

Wegen der Maler in seiner Familie entschied er sich für ein Germanistik-, Theater- und Philosophiestudium und ließ die Malerei beiseite. Er studierte in München und Frankfurt und schloss sein Studium 1970 mit einer Promotion über Kleist ab.

In der Zwischenzeit hatte er begonnen, ein „Doppelleben“ zwischen Literatur und Malerei zu führen, in der die Malerei einen immer stärkeren Stellenwert gewann. Am liebsten malte Moering Stillleben, Landschaften und Portraits. Für ihn stand beim Malen neben den Themen und Motiven immer auch Handwerk und Technik im Mittelpunkt. Das Beziehen des Bilderrahmens, die Benutzung von Gitternetzen und der Fotografie, um den Moment auf der Leinwand zu fest zu halten oder das Mischen und schichtweise Auftragen der Farbe. Renate Moering las aus dem Tagebuch ihres Mannes: „Ich liebe den Geruch von Terpentin und Harz beim Anmischen der Ölfarbe.“

Die Moerings lebten in Wiesbaden, blieben der Schwalm aber immer verbunden. Von ihrem Ferienhaus in Willingshausen aus erkundeten sie die Region und Michael Moering suchte und fand hier Inspiration für seine Bilder. Nicht verwunderlich, dass man in seinen Werken viele Landschaftsmotive der Schwalm wieder erkennen kann. Insgesamt spielen die Natur und besonders der Himmel eine wichtige Rolle in seinen Bildern. Wolkenbilder zu malen gehörte zu seinen Lieblingsmotiven, wusste Renate Moering zu erzählen.

Literaturwissenschaftlerin Patricia Sensch besprach im Anschluss einige Werke von Michael Moering. Sie vermochte die Bildwirkung durch Lyrik, Poesie und geschichtliches Wissen zu verstärken.

• Die Ausstellung ist bis zum 23. Juni zu sehen.

Von Sebastian Vogt

Quelle: HNA

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