Gerodete Fläche auf 2000 Quadratmetern

Loch im Schlossberg-Wald: Rodung erregt die Gemüter der Homberger

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Bild der Verwüstung: Die Fläche am Burgberg gegenüber dem Friedhof ist gerodet. Dort standen Fichten, die nicht mehr standsicher gewesen sein sollen.

Homberg. Wer von der Schlossbergstraße am Neuen Friedhof hinauf auf den Burgberg blickt, der schaut zurzeit auf eine brache Fläche. Ein großes Loch klafft im Schlossberg-Wäldchen, auf 2000 Quadratmetern erstreckt sich eine gerodete Fläche unter der Burg.

Auf Nachfrage der HNA erklärte Revierförster Norbert Hänel, dort hätten Fichten gestanden, die gefällt werden mussten, weil sie die Verkehrssicherheit gefährdeten.

Die Hälfte der Bäume sei trocken gewesen und vom Käfer befallen, sagte Hänel. Durch starken Windwurf seien sie „angeschoben“ gewesen. Das heißt, sie wurzelteten nicht mehr stabil genug.

Die Gefahr, dass die Bäume bei einem weiteren Unwetter auf die Straße fallen und damit auch Menschen gefährden, sei groß gewesen, sagte Hänel. Zudem habe es sich bei dem Fichtenbestand um Bäume gehandelt, die nicht ortsgerecht für den Burgberg seien. Der Wald am Schlossberg bestehe hauptsächlich aus Laubholz. Das teilte auch die Stadt Homberg so mit, der das Gelände gehört und die die Abholzung veranlasst hatte.

Für Bündnis 90/Die Grünen ist dies ein radikaler Einschnitt in die Natur. Sie haben wenig Verständnis für diesen Eingriff. Der Baumbestand sei bis auf wenige Ausnahmen komplett entfernt worden, zurück bleibe eine wüste Rodungsfläche. Fraglich sei es, warum in einem Landschaftschutzgebiet ein derart schwerer Eingriffe in die Natur vorgenommen wurde, teilte deren Sprecher Klaus Bölling mit.

Nach Auffassung der Grünen hätte man den Bereich schonender durchforsten und nur die maroden und kranken Bäume fällen sollen. Viele Bürger mit denen Bölling gesprochen habe, seien schockiert über den Eingriff in die Natur, der das Bild des unteren Burgbergs zerstöre, so Bölling. Bei dem Gebiet handele es sich um ein Landschaftsschutzgebiet, es habe keine speziellen Schutzziele wie etwa ein Naturschutzgebiet, sagte Norbert Hänel.

Dr. Klaus Lambrecht, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde des Schwalm-Eder-Kreises, bestätigte das Vorgehen. Die Rodung sei angefragt und genehmigt worden. Es habe seitens der Behörde keine Einwände gegeben. Die Fichten seien vor Jahren dort eigentlich auch fälschlicherweise gepflanzt worden. Sie hätten ohnehin nicht zu den übrigen Laub-Bäumen gepasst. Er könne es verstehen, dass sich die Leute wundern. „Die Menschen können es bei diesem Anblick schwer nachvollziehen, was dort passiert ist“, sagte er. Er habe viele Anrufe von Hombergern bekommen, die fragten, was dort passiert sei.

Die Untere Naturschutzbehörde habe die Abholzung für den Februar bestätigt, aber erst im Mai habe der Unternehmer Zeit gehabt, heißt es von der Stadt. Im nächsten Frühjahr soll das Gebiet aufgeforstet werden, Kirschen, Walnüsse und Ahorn werden gepflanzt.

Der Stadt entstünden durch den Holzeinschlag keine zusätzlichen Kosten, weil das Holz verkauft werde, heißt es aus dem Rathaus.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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