Stadtparlament: Anreizprogramm zur Ansiedlung von Ärzten

Wolfhagen. Kommunen, die sich erfolgreich gegen den demografischen Wandel stemmen und attraktiv gerade auch für junge Familien bleiben wollen, müssen eine intakte Infrastruktur bieten. Dazu gehört ganz entscheidend die ärztliche Versorgung.

Das wissen auch die Wolfhager Stadtverordneten und haben während ihrer Sitzung am Donnerstagabend einstimmig ein Anreizprogramm zur Förderung der Ansiedlung von Ärzten beschlossen.

Die vergangenen zwei, drei Jahre haben gerade in Wolfhagen gezeigt, wie schwer es ist, für niedergelassene Ärzte, die in den Ruhestand gehen, Nachfolger zu finden. Ähnliche Erfahrungen machte man auch in der Wolfhager Kreisklinik. Die Besetzung beispielsweise der Chefarztstelle in der internistischen Abteilung zog sich auffällig lange hin.

Um die medizinische Versorgung zu stabilisieren oder gar wieder zu verbessern, hat die Stadt Wolfhagen nun ein Programm auf die Beine gestellt, um Mediziner anzulocken. „Finanzielle und organisatorische Anreize zur Ansiedlung/Niederlassung“, so steht es im Programm, biete man nun Ärzten an.

Antragsberechtigt sind Mediziner, die sich nach dem Inkrafttreten des Programms am 1. Januar 2014 „im Rahmen der kassenärztlichen Versorgung in der Stadt Wolfhagen niederlassen“ oder eine vorhandene Praxis übernehmen wollen. Gleiches gilt für bereits ansässige Ärzte, die ihre Praxis wesentlich erweitern, verändern oder innerhalb der Stadt verlegen wollen und anschließend einen Kollegen mit mindestens einer halben Stelle einstellen.

20.000 Euro

Wenn die im Anreizprogramm aufgeführten Voraussetzungen erfüllt werden, kann die Stadt für die Dauer von bis zu vier Jahren finanzielle Hilfe gewähren: beispielsweise die Übernahme einer Kaltmiete bis zu 500 Euro pro Monat für Praxisräume, bei Neu- oder Umbau der Praxis die Übernahme von bis zu 500 Euro pro Monat für Kreditzinsen. 500 Euro als monatlichen Zinszuschuss wird auch bei Darlehen gewährt, die zur Finanzierung einer Praxisausstattung dienen. Die Obergrenze für eine Einmalzahlung als Projektförderung liegt bei 20.000 Euro.

Die Stadt bietet aber nicht nur finanzielle Hilfe an, sondern auch, wie es im Programm heißt, Hilfe „in organisatorischer Hinsicht“. Gemeint ist die Unterstützung durch die Stadt „bei der eventuell erforderlichen Kinderbetreuung außerhalb der Regelbetreuungszeiten der örtlichen Kindertagesstätten“. Sie sagt auch „eine Berücksichtigung bei der Vergabe von Ganztags-Betreuungsplätzen zu“.

Darüber hinaus verspricht die Stadt Wolfhagen auch „die intensive Hilfe bei der Suche nach geeigneten Bauplätzen oder Wohnungen in Wolfhagen“. Weiter heißt es: „Diese organisatorischen Zusicherungen der Stadt gelten auch für die Ärzte der Kreisklinik Wolfhagen.“

Von Norbert Müller

Quelle: HNA

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