Heinz Hause weiß, was viele mittelalterliche Redewendungen bedeuten

Er löst den Aha-Effekt aus

Er kennt sich aus mit Burgen, Schlössern und der Ritterzeit: Heinz Hause (kleines Bild) ist mittelalterlichen Redewendungen auf den Grund gegangen. Unser Bild zeigt ein Modell, wie die Hohenburg hätte aussehen können. Foto:  Burgberggemeinde/nh

Homberg. Wenn Heinz Hause seinen Vortrag über mittelalterliche Redewendungen hält, ist ihm eines ganz sicher: die volle Aufmerksamkeit seiner Zuhörer. Denn kaum jemand weiß heute noch, was es bedeutet, wenn man sagt, dass jemand auf den Hund gekommen ist. Oder dass alles in Butter ist. Das sind Redewendungen, die heute wie vor fünfhundert Jahren in aller Munde waren und sind. Nur, dass sich die Bedeutung oft völlig verändert hat.

Wer heute auf den Hund kommt, will sich meist einen vierbeinigen Freund an schaffen. Früher aber ging es um etwas ganz anderes: Die Reichen, erklärt Hause, bewahrten ihre Reichtümer zu Hause auf – meist in großen Truhen. An deren Boden war meist mehr oder weniger kostbar und kunstvoll ein Hund aufgemalt, der zumindest symbolisch den Schatz bewachen sollte. Wer also den Hund am Boden sah, der stand vor der leeren Schatztruhe – er war auf den Hund gekommen. Übrigens gibt es noch eine zweite Deutung aus der Bergmannsprache: Wer auf den Hunt gekommen war, musste den schweren Wagen, den Hunt, schieben.

Heinz Hause hat sich in vielen Fällen auf die Suche nach den Ursprüngen gemacht, hat geklärt, was es heißt, etwas auf die hohe Kante zu legen oder sich gut zu rüsten. Wo immer er davon erzähle, sagt der Homberger, registriere er ein interessantes Phänomen: Die Menschen erlebten eine Art Aha-Effekt.

Viele sind völlig verblüfft

„Jeder kennt solche Begriffe vom Verhaspeln oder Verzetteln, doch die wenigsten wissen heute noch, was die ursprüngliche Bedeutung war“, sagt er. „Die Leute sind oft verblüfft, wenn sie hören, welche uralten Begriffe sie da seit jeher verwenden – oft ohne die Hintergründe zu kennen.“

Heinz Hause möchte einen Beitrag leisten, um all die überlieferten Begriffe nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Der Erfolg zeigt ihm, dass er auf der richtigen Spur ist: „Das Echo ist überwältigend!“, sagt er. Und in der Tat ist es richtig spannend zu hören, woher beispielsweise der Begriff des Abspeisens stammt. Eltern, denen es zu peinlich war, dem Bewerber um die Hand der Tochter eine klare Antwort zu geben, machten die mit einer Mahlzeit deutlich. Stellten sie Wurst und Fleisch auf den Tisch, stand einer Hochzeit nichts im Wege. Gab es nur Käse, musste sich der arme Kerl eine andere Braut suchen. Dann war eben alles Käse.

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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